Saleem Haddad: Guapa

Saleem Haddad jagt die Leser*innen seines Romans „Guapa“ einen Tag lang durch eine namenlose arabische Stadt. Der Erzähler Rasa ist stets an ihrer Seite: Ein schwuler Mann, der gegen Regierungen protestiert und Liebesbotschaften auf die Rückseite eines Fotos schreibt.

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„The morning begins with shame.“ Das ist der erste Satz aus „Guapa“, dem Debütroman von Saleem Haddad. Die Scham, die der Erzähler Rasa am Morgen empfindet, lässt den Tag über nicht nach. An sich begleitet sie ihn schon sein ganzes Leben: Ein Leben, das vom Kampf um Anerkennung und von der Selbstfindung in einer Welt voller Feindseligkeit geprägt ist. mehr lesen / lire plus

Urlaubsratgeber für besondere Zeiten

Die Covid-19-Pandemie ist noch nicht vorbei, das sorgt auch bei Urlauber*innen für Unsicherheit. Wo kann man gefahrlos hinfahren? Das „Handbuch für Zeitreisende“ hilft bei der Auswahl des passenden Reiseziels.

Wenn es möglich wäre, Zeitreisen zu unternehmen, wo würden Sie hinreisen? Es ist faszinierend, darüber nachzudenken, welche Epoche man besuchen würde, welche berühmten historischen Persönlichkeiten man möglicherweise treffen könnte oder welche Ereignisse man sich aus nächster Nähe ansehen könnte. Doch es ist alles nicht so einfach, denn in der Vergangenheit lauern hinter jeder Ecke Gefahren – zum Glück gibt es gute Ratgeberliteratur, die darüber aufklärt.

Kathrin Passig und Aleks Scholz halten sich in dem fiktionalen Sachbuch „Handbuch für Zeitreisende – Von den Dinosauriern bis zum Fall der Mauer“ nicht lange mit Detailfragen auf: Sie gehen einfach davon aus, dass Zeitreisen recht unkompliziert möglich sind und man durch eine Reise in die Vergangenheit nicht die eigene Gegenwart verändern kann. mehr lesen / lire plus

Dürfen wir unglücklich sein?

In „Glücksdiktat – und wie es unser Leben beherrscht“ greifen Eva Illouz und Edgar Cabanas Glücksforscher*innen an. Ein Essay, der mit der Vorstellung des selbstbestimmten Glücks bricht und das Recht auf Leid verteidigt.

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Aus der Suche nach dem Glück eine Lebensweise zu machen könnte also auch andere als die positiven Folgen haben, die sich viele davon versprechen (nicht zuletzt, weil sie ihnen versprochen werden)“, schreiben die Soziologin Eva Illouz und der Psychologe Edgar Cabanas in „Das Glücksdiktat“. Einen Satz weiter heißt es: „Dieses Streben könnte sich als eine erschöpfende, obsessive und letztlich enttäuschende Erfahrung erweisen.“ Diese Zeilen fassen den Essay der Autor*innen, der 2019 auf Deutsch im Suhrkamp Verlag publiziert wurde, grob zusammen. mehr lesen / lire plus

Faschistische Männer: Geboren durch Gewalt

Vor über 40 Jahren hat Klaus Theweleit mit seiner von den Geschlechterverhältnissen ausgehenden Faschismusanalyse Furore gemacht. Nun werden die „Männerphantasien“ neu herausgegeben. Die woxx sprach mit dem Autor über die Aktualität und Wirkung seines Werkes.

„Die sogenannte faschistische Ideologie im Sinne eines benennbaren Kanons von Regeln und Gedanken gibt es meiner Meinung 
nach nicht“: 
der Kulturtheoretiker Klaus Theweleit. (Foto: privat)

woxx: Im Nachwort zur Wiederveröffentlichung Ihres Buches schreiben Sie, die neue Rechte in Deutschland töne in vieler Hinsicht ähnlich wie die in Ihrem Buch „Männerphantasien“ beschriebene Freikorps- und Nazi-Rechte der Weimarer Republik. Worin besteht die Ähnlichkeit?


Klaus Theweleit: Einer der Kerne des politisch rechten Verhaltens, das man als faschismusanfällig bezeichnen kann, besteht immer noch in der aggressiven Abwehr von Weiblichkeit. mehr lesen / lire plus

Heinz Strunk: Das Teemännchen

Dass sich an Heinz Strunks Person und seinen Werken die Geister scheiden ist wohlbedachtes Kalkül. Doch der Hamburger hat mehr drauf – wer sich hinter den Vorhang der Provokation wagt, erlebt eine Welt von Menschlichkeit, Mitgefühl und … Misere.

 Nach seinen großen Romanerfolgen „Fleisch ist mein Gemüse“, „Der goldene Handschuh“ und „Jürgen“ meldet sich der Musiker, Komiker und Autor Heinz Strunk mit einer Sammlung von Kurzgeschichten zurück. „Das Teemännchen“ beinhaltet nicht weniger als 54 Prosatexte, manche kaum länger als eine halbe Seite – andere durchaus in Novellenlänge. Wie die Titelgeschichte zum Beispiel, in der ein eher erfolgloser Prokrastinator sich zusammenreißt und ein Teegeschäft öffnet, um der Bedeutungslosigkeit seiner Existenz zu entfliehen und auch um seiner Umgebung mal was Gutes zu tun. mehr lesen / lire plus