Bundestagswahlen: Wahlverlierer Linkspartei

von | 28.09.2017

Nicht nur bei der AfD gibt es Krach: auch „Die Linke“ ist lautstark dabei, sich neu zu sortieren. Dabei wird vor allem nach Gründen für den Absturz im Osten gesucht.

(Bildquelle: Die Linke-NRW)

Auch wenn „Die Linke“ dank dem Zugewinn im Westen ihr Ergebnis bei der Bundestagswahl leicht verbessern konnte: In Ostdeutschland ging es mit einem Verlust von mehr als fünf Prozent der Wählerstimmen steil bergab. Allein 400.000 ehemalige WählerInnen sind laut Statistiken bundesweit zur AfD abgewandert, die meisten von ihnen im Osten der Republik.

Geht es nach Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht, muss die Partei nicht lang in sich gehen, um herauszufinden, weshalb. In der Flüchtlingsfrage habe die Linke es sich „zu leicht gemacht“, so Wagenknecht. „Da haben wir auch Menschen verprellt, die wir hätten gewinnen können“. Wie man dabei hätte vorgehen müssen, präzisierte die „Linke“-Spitzenpolitikerin nicht.

Fragwürdiges Wählerpotenzial

Oskar Lafontaine, Fraktionsvorsitzender der Linken im Saarland, wurde deutlicher: Für ihn handelt es sich ganz klar um eine „verfehlte Flüchtlingspolitik“, der sich die Linke angeschlossen habe. Damit sei „das Prinzip der sozialen Gerechtigkeit außer Kraft gesetzt“ worden. Leidtragende seien all jene „die sich am unteren Ende der Einkommensskala befinden“. Die Parteispitze wies die Kritik zurück.

Ohnehin darf getrost bezweifelt werden, ob die von Lafontaine angesprochenen Menschen, die „sich nicht mehr durch linke bzw. sozialdemokratische Parteien vertreten fühlen“ und deshalb „in zunehmendem Maße rechte Parteien“ wählen, wirklich die viel zitierten sozial Abgehängten sind.

So zählt etwa das Bundesland Sachsen, wo die AfD stärkste Partei geworden ist, zu den ökonomisch leistungskräftigsten Ländern Deutschlands, zusammen mit Bayern und Baden-Württemberg. Trotz seiner enormen Bedeutung für die bundesdeutsche Wirtschaft ist vielmehr Nordrhein-Westfalen, bezieht man die Wirtschaftsleistung auf die Bevölkerungsgröße, das „Armenhaus“ der Republik.

Folgt man dem Soziologen Holger Lengfeld, beobachtet man mit der AfD-Wählerschaft ein zivilisatorisches Problem. In Westdeutschland, gebe es „einen deutlich höheren Anteil von Menschen, die sagen, wir wollen eine offene, kosmopolitische Gesellschaft, eine, in der Menschen, die in Not sind, zu uns kommen können, aber auch eine, in der wir unterschiedliche Lebensweisen in der Gesellschaft anerkennen, bis hin zur Homo-Ehe“, so der AfD-Forscher: In Ostdeutschland hingegen treffe man häufig „traditionelle Vorstellungen über Gesellschaft“ und „mehr an einem starken Staat orientierte Vorstellungen“ an, so Lengfeld gegenüber dem „Deutschlandfunk“.

In genau diesem Sinne hat Sahra Wagenknecht daher recht, wenn sie sagt, zwischen ihrer Partei und der AfD gebe es „eine nicht geringe Überschneidung des Wählerpotenzials“. So hat sich „Die Linke“ trotz anhaltender Kritik aus der radikalen Linken nie ihres nationalistisch-nationalbolschewistischen Flügels entledigt, dem Wagenknecht selbst schon immer nahe gestanden ist. Dieses Geschäft indes haben ehemalige „Linke“-WählerInnen jetzt selbst übernommen: Sie sind zu der Partei abgewandert, die ihre autoritären Bedürfnisse konsequenter repräsentiert.

Dat kéint Iech och interesséieren

NEWS

Solidarität mit der LGBTIQA-Bewegung in der Türkei

Die Organisation „Rosa Lëtzebuerg“ hat Solidarität mit der LGBTIQA-Bewegung in der Türkei ausgedrückt. Am vergangenen Dienstag tat die Luxemburger NGO, die sich für die Belange queerer Menschen einsetzt, dies per Pressemitteilung kund. Am 12. und 13. September ging die Regierung der Türkei koordiniert gegen verschiedene zivilgesellschaftliche...

NEWS

Drones non-identifiés : rien de vraiment neuf

« Aujourd’hui, nous savons qu’il n’y avait pas de danger imminent pour la population », a déclaré le premier ministre lors d’une conférence de presse ce jeudi. Suite à des incidents impliquant des drones non-identifiés, le vendredi et le lundi soir, l’aéroport avait dû fermer temporairement et 19 vols ont dû être détournés. Flanqué de la...

NEWS

Méco gegen Vergünstigungen bei Hybrid-Dienstwagen

Die Umweltorganisation „Mouvement écologique” (Méco) stellt sich gegen eine steuerliche Vergünstigung von sogenannten Plug-in-Hybriden als Dienstwagen. In einer Stellungnahme vom vergangenen Montag kritisiert die NGO die geplante steuerliche Begünstigung dieser Fahrzeuggattung. Als „Plug-in-Hybride“ werden Autos bezeichnet, die sowohl einen...