Ein politischer Künstler

von | 22.09.2016

Die letzte Ausgabe der woxx war bereits im Druck, als erste Informationen über den Tod von Bert Theis die Runde machten. Es war nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass ein bekannter Kulturschaffender aus der 1950er Generation uns verlassen hat. Die bekennenden „Alt-68er“ haben die nachfolgende Generation dauerhaft beeinflusst, weil sie mit einer etablierten, dem alleinigen Wirtschaftswachstum verschriebenen Establishment gebrochen hatten und auch persönliche Konsequenzen nicht scheuten. 1990 tauchte Bert Theis in den Kolonnen des woxx-Vorgängers GréngeSpoun (GS) deshalb auch nicht als der bekannte „Konzept-Künstler“ auf, zu dem er später wurde, sondern in seiner damaligen Tätigkeit als Lehrer. Und er war nicht irgend ein Lehrer, sondern hatte mit anderen KollegInnen seit Beginn der 1980er das sogenannte „Fielser Modell“ entwickelt. Larochette hatte sich zur portugiesischen Hochburg entwickelt, was dazu führte, dass der AusländerInnen-Anteil in den dortigen Primärschulen auf 68,5 Prozent stieg. Damals ging es darum, ein pädagogisches Modell zu entwickeln, welches den Kindern auch aus romanischsprachigen Elternhäusern minimale Chancen in einem Schulsystem einräumte, das auf einer ausschließlich auf dem Deutschen aufgebauten Alphabetisierung beruhte. Ein Modell, das bei den Konservativen und der Extrem-Rechten auf wenig Gegenliebe stieß. „Eigentlich müssten wir von der  Nationalbewegung ausgezeichnet werden, da wir ja aus kleinen PortugiesInnen halbwegs LuxemburgerInnen machen“, ironisierte Bert Theis damals im GS-Interview (Abbes Jacoby, GS Nr. 44, 21. 9. 1990, S. 14 und Nr. 46, 19. 10. 1990, S. 11). Allerdings erkannte er auch, dass sein pädagogisches Konzept nur mit mehr Personalaufwand auf die Luxemburger Schulwelt zu übertragen war, und dazu war und ist die Politik damals wie heute nicht bereit. Das Sprachenproblem im Schulwesen bleibt so akut wie eh und jeh.

Dat kéint Iech och interesséieren

NEWS

Santé : La privatisation de la médecine en marche

Les futures sociétés privées de médecins échapperont à l’avidité de la finance, selon un avant-projet de loi qui entre en débat à la Chambre. Mais cela n’exclut pas une course au profit, qui abandonnerait la prise en charge des actes médicaux les plus coûteux au seul secteur public.

NEWS

Marc Wagener, de l’UEL à la Croix-Rouge

Le directeur de l’Union des entreprises luxembourgeoises (UEL), Marc Wagener, quitte l’organisation patronale pour rejoindre la Croix-Rouge luxembourgeoise, où il occupera la fonction de directeur général à partir du mois de mai. L’annonce en a été faite dans deux communiqués distincts publiés par l’UEL, puis la Croix-Rouge, le 24 février, à...

GESONDHEETNEWS

Neue Tagesklinik für Jugendpsychiatrie

Ab kommender Woche empfängt eine neue Tagesklinik für Jugendpsychiatrie in Wiltz erste Jugendliche in psychischen Krisen. Das gemeinsame Angebot des Service national de psychiatrie juvénile und des Centre hospitalier du Nord wird eine Versorgungslücke für junge Menschen zwischen 13 und 18 Jahren im Norden des Landes schließen. Mit einer...

NEWS

CNA: Minister bietet wenige Antworten

Im parlamentarischen Kulturausschuss der Chamber blieben vergangenen Mittwoch sowohl der Direktor des „Centre national de l’audiovisuel“ (CNA) Gilles Zeimet als auch Kulturminister Eric Thill (DP) der Opposition mehrere Antworten schuldig. Dabei wiegen die Vorwürfe schwer: Der Ex-Mitarbeiter und Filmkritiker Joy Hoffmann wirft CNA-Direktor...