Am Donnerstag kritisierten Fairtrade, Natur an Ëmwelt sowie Greenpeace Luxemburg einen Antrag des Europaparlamentes zur EU-Entwaldungsverordnung (EUDR), dem am 7. Juli eine Koalition aus Rechtsextremen und Konservativen eine Mehrheit verschafft hatte. Darin wird gefordert, den Mechanismus des „Länder-Benchmarking“ aus der EUDR zu entfernen, der Herkunftsländer nach ihrem Entwaldungsrisiko einstuft. Die drei NGOs kritisierten in ihrer Stellungnahme explizit die luxemburgischen Europaabgeordneten Isabel Wiseler-Lima, Martine Kemp (beide CSV) und Fernand Kartheiser (ADR), die für den Antrag gestimmt hatten. Die EUDR ist eigentlich seit 2023 geltendes Recht, doch ihr Inkrafttreten wurde Ende 2024 um ein Jahr verschoben: Ab dem 30. Dezember 2025 sollen große Firmen bei einschlägigen Produkten wie Holz, Kaffee oder Kakao nachweisen, dass diese nicht aus Gebieten stammen, die entwaldet wurden. Erst im Mai hatte Landwirtschaftsministerin Martine Hansen (CSV) eine Verwässerung des Länder-Benchmarking vorgeschlagen – es sollte ein „Null Risiko“-Kategorie für Länder, in denen angeblich keine Entwaldung stattfindet, eingeführt werden. Auch das kritisieren viele Umwelt-NGOs, ihrer Einschätzung nach verstoße dies gegen die Regeln der Welthandelsorganisation. Das sehen nicht nur NGOs so: In einer Pressekonferenz des WWF am Donnerstagmorgen sprachen sich auch ein Vertreter der Schokoladenfirma „Ferrero“ und eine Vertreterin des Holzhandelskonzerns „Danzer“ für eine rasche Umsetzung der EUDR aus.