Die französische Künstlerin Judith Deschamps erweckt in ihrer Ausstellung „an·other voice“ im Casino in Luxemburg-Stadt die Stimme von einem der berühmtesten Kastraten Europas zum Leben – und zwar die des Italieners Farinelli (1705-1782). Mit technischen Hilfsmitteln versucht sie darzustellen, wofür es keine Belege gibt: Zu Farinellis Lebzeiten gab es keine Stimmaufnahmen. Dabei wurden der Stimme des Sängers heilende Kräfte nachgesagt, immerhin beauftragte die spanische Königin Elisabetta Farnese ihn mit seinem Gesang die schwere Depression des Königs Philippe V. zu kurieren. Die Mythen um Farinelli, aber auch das Schicksal der jungen Sänger, die zum Erhalt ihrer kindlichen Stimme kastriert wurden, bilden den Ausgangspunkt der multidisziplinären Ausstellung. Sie ist das Ergebnis einer Forschungsarbeit mit dem Institut de recherche et coordination acoustique/musique in Paris. In einem interessanten Interview auf der Website des Casinos gibt unter anderem Judith Deschamps spannende Auskünfte zu den Hintergründen ihres Projekts.
Kulturtipp: Warpunk-Propaganda aus Teheran
„Sind wir nur bedeutungslose Zahlen in dieser korrupten Welt?“, fragte das iranische „Ardawahisht Collective“ am 20. Januar auf seinem Facebook-Auftritt angesichts der fortdauernden Massaker des islamischen Regimes im Iran an der dortigen Zivilbevölkerung. Eines der Mitglieder des Kollektivs von Metalmusiker*innen hatte gerade zwei neue Tracks präsentiert: „No Title – They Killed More than 12.000 in 4 Days“ und „Warpunk Rebellion MMXXVI“, so die beiden Stücke, in denen das Grauen dieser Tage verarbeitet worden ist.

