Festival „Out of the Crowd“: Nicht out, sondern in!

von | 18.04.2025

Mit dem „Out of the Crowd“-Festival startet am 19. April in Esch die Festivalsaison in Luxemburg: Wer Lust auf musikalische Entdeckungen abseits des kommerziellen Mainstreams hat, erlebt hier ein stilistisch breit aufgestelltes Line-up.

Die englische Band O. spielte vor zwei Jahren auf dem Escher Festival. (Copyright: Olivier Alland)

Die Bäume knospen, die Temperaturen steigen und das Wetter wird zunehmend milder – wie jedes Jahr beginnt um genau diese Zeit die Festivalsaison. Den Startschuss gibt in Luxemburg das „Out of the Crowd“-Festival (OOTC) in Esch, organisiert von der Kulturfabrik und dem „Schalltot“-Kollektiv. Es ist ein besonderes Festival, das sich wegen seines unverwechselbaren, ein stilistisches Potpourri bietenden Nischencharakters zu einem Liebling von Freund*innen der Indie- und Underground-Musik gemausert hat.

Dieses Jahr treten zwölf verschiedene Musikgruppen auf: Los Bitchos (UK), Deadletter (UK), Peter Kernel (UK), Karate (USA), Bambara (USA), Gurriers (IRL), Péniche (FR), Ultranothing (L), Waffle Killers (L), Delta Sleep (UK), Big/Brave (CAN) und Marathon (NL). Die allgemein zu beobachtende stete Ausdifferenzierung von Musikrichtungen spiegelt sich hier in der bunten Durchmischung der vertretenen (Sub-)Genres: Cumbia-Rock, Math-Rock, Post-Rock, Post-Punk … Wer Klänge fern des poplastigen Mainstreams goutiert, wird auf dem OOTC also fündig. Darauf achten die Organisator*innen, zu denen auch Sylvain Mengel gehört: „Der rote Faden, der sich durch unser Programm zieht, ist die experimentelle Ausrichtung der Musik.“

Vielversprechende Neuentdeckungen

Diese spezielle Prägung stellt die Veranstalter*innen aber auch jedes Jahr vor konkrete Herausforderungen. Die „Do-it-yourself“-Musik, nach der sie für ihre Programmierung Ausschau hielten, sei wenig präsent auf Veranstaltungen, erzählt der Mitarbeiter der Kulturfabrik. Es gebe immer etwas zu tun, man müsse auf Festivals gehen, sich viele Lieder anhören, aktiv nach passenden Künstler*innen suchen. Der Erfolg des Festivals – immerhin gibt es das OOTC schon seit 21 Jahren – beweist, dass es den Verantwortlichen trotz aller Schwierigkeit immer wieder gelingt, Talente auf die Bühne zu holen, die natürlich die schon bestehende Fangemeinde, aber vor allem auch Neugierige anziehen.

Es ist eben dieser Entdeckungscharakter des Festivals, der von Anfang an zu dessen Identität gehörte und ihm ein Renommee über die Landesgrenzen hinaus verschaffte. Dieses Jahr würden sogar Besucher*innen aus Spanien anreisen, erzählt Mengel. Besonders reizvoll sei das Festival auch, da es in der Vergangenheit immer wieder Künstler*innen präsentiert habe, die im Anschluss an Bekanntheit gewonnen hätten. In diesem Sinne ist das OOTC zweifelsohne eine Perle unter den hiesigen Festivals – Musikenthusiast*innen mit einer Vorliebe für weniger bekannte Genres sollten es also keinesfalls versäumen. Beginn am morgigen Samstag, dem 19. April, um 16 Uhr.

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