Fuchs geschützt, Gans vogelfrei?

von | 10.07.2017

Ob es eine Hierarchie der schützenswerten Tiere gebe, wollte in einer parlamentarischen Anfrage Sylvie Andrich-Duval wissen. Weil Füchse zunehmend in Kleintier-Zuchtanlagen eindringen, gehe, so die CSV-Abgeordnete, „wertvolles Zuchtmaterial“, insbesondere bei seltenen Geflügelrassen, verloren. Sie schlägt implizit vor, das Fuchsjagdverbot aus diesem Grunde kurzfristig wieder aufzuheben. In ihrer gemeinsamen Antwort erklären Umweltministerin und Landwirtschaftsminister, alle Tiere seien gleichermaßen schützenswert und man nehme die Probleme der Kleintierzüchter sehr ernst. Allerdings seien der Regierung keine „wissenschaftlichen Daten“ bekannt, denen zufolge die durch Füchse verursachten Schäden zugenommen hätten. Eine von den Züchtern erhobene Statistik wird von den Ministerien als unbrauchbar eingestuft, da die Schäden auch auf andere Prädatoren zurückgehen könnten. Helfen wollen die Ministerien mit einem Faltblatt, das unter anderem eine Bauanleitung für fuchssichere Geflügelanlagen enthält.
Finanzielle Beihilfen oder Entschädigungen seien nicht möglich, weil der Fuchs keine integral geschützte Art sei. Allerdings sei er ganzjährig geschont, weil es keine „stichhaltigen Gründe“ gebe, ihn zu bejagen. Wer die Debatte um den Fuchs verfolgt hat, kann nachvollziehen, dass die Regierung der Schuldzuweisung an den Fuchs misstraut. Unplausibel ist die Vermutung, nicht mehr bejagte Füchse würden sich eher in Gärten und Kleintieranlagen vorwagen, aber nicht. Das Faltblatt der Regierung dürfte den semi-professionellen Züchtern nichts Neues bieten, die anderen aber werden sich luxuriöse Umbauten kaum leisten wollen. Ob die Bejagung des Fuchses ihnen helfen würde, ist alles andere als sicher. Andererseits lässt die Argumentation der Regierung, insbesondere das Fleisch werde nicht genutzt, Raum für Diskussionen. So plädierte vor Jahren der „Natur- a Vulleschutz“ für ein nur halbjähriges Jagdverbot beim Fuchs, weil der Winterpelz genutzt werden könne.

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