Gleichstellungspolitik in den Gemeinden: Spiel und Spaß für alle

von | 31.03.2021

Mit einer neuen Initiative will das Mega Gemeinden dazu motivieren, sich verstärkt mit Genderpolitik zu befassen. Ob die auf Freiwilligkeit basierende Maßnahme mehr tut als an der Oberfläche zu kratzen, bleibt abzuwarten.

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„Proposer un accompagnement concret et complet aux responsables locaux“ – dieses Ziel gedenkt das Ministerium für Gleichstellung von Frauen und Männern (Mega) zukünftig konsequenter umzusetzen. Zu diesem Zweck präsentierte die zuständige Ministerin, Taina Bofferding, am Mittwoch eine Begleitungsstrategie für luxemburgische Gemeinden.

In einem ersten Schritt erfolgte eine Bestandsaufnahme: Alle Gemeinden erhielten einen Fragebogen, bei dem sie unter anderem angeben sollten, wie wichtig ihnen Gleichstellungspolitik ist und woran es ihnen fehlt, um eine solche besser umsetzen zu können. 79 von 102 Gemeinden kamen dem Aufruf nach, viele davon gaben an Geschlechtergerechtigkeit wichtig zu nehmen, sich jedoch ein Mehr an Weiterbildungen, Best-Practice-Beispiele und Unterstützung zu wünschen.

Interessierten Gemeinden bietet das Mega künftig mehrere Optionen: Sie können eine Konvention abschließen, auf eine Toolbox oder  auf personalisierte Assistenz durch das Mega zurückgreifen. Zudem besteht für die verschiedenen „Délégué-e-s politiques à l’égalité“ der Gemeinden die Möglichkeit, sich untereinander zu vernetzen und auszutauschen. Das alles basiert auf Freiwilligkeit.

Eine Übersicht des Mega-Angebots findet sich auf megacommunes.lu. Der Fokus, der dort angeführten Best-Practice-Beispiele, liegt bei kurzfristigen, leicht umsetzbaren Aktionen: Sensibilisierungskampagnen, „activités atypiques pour les deux sexes“, Themenwochen, Theateraufführungen mit Genderschwerpunkt. Fragen, wie zu einer Diversifizierung der Gemeinderäte beigetragen, öffentlicher Transport frauenfreundlich gestaltet oder sozialer Wohnraum für Frauen in prekären Situationen verstärkt gefördert werden könnte, bleiben unbeantwortet.

Mit der Initiative scheint man Gemeinden vermitteln zu wollen, dass Gleichstellungspolitik weder viel Budget, noch viel Anstrengung kostet. Dass man damit höchstens an der Oberfläche kratzen wird – darüber steht auf der Homepage nichts.

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