Haste mal ‘nen Fünfhunderter?

von | 22.02.2016

Die wenigsten Luxemburger benötigen 500-Euro-Banknoten. Dennoch gibt die hiesige Zentralbank etwa das Zweifache des Bruttoinlandsprodukts an Bargeld aus – wovon ein großer Teil 500-Euro-Scheine sein dürften. Was mit diesen Scheinen geschieht, scheint niemand so recht zu wissen – und es nährt böse Vermutungen. „Les soupçons s’accumulent sur le cash au Luxembourg“, titelt Euractiv.fr und verweist auf Voruntersuchungen von Europol. Auf Anfrage der Online-Zeitung habe das Finanzministerium die zahlreichen Grenzgänger als harmlose Erklärung angeführt. Weniger harmlos sind die Überlegungen von Europol: Eine Million Euro in 100-Dollar-Scheinen wiegt 22 Kilo, in 500-Euro-Scheinen dagegen nur zwei. Deshalb wird darüber nachgedacht, die 500- und 200-Euro-Noten abzuschaffen, wie es in den USA geschieht. Gegenüber Luxemburger Medien hat die Bankenvereinigung ABBL erklärt, sie stelle sich solchen Bestrebungen nicht in den Weg, unterstütze sie sogar wegen der Gefahr von Überfällen auf Bankkunden. Widerstand kommt dagegen aus Deutschland, wo die Bild-Zeitung eine Kampagne für den 500-Euro-Schein und gegen die „Abschaffung des Bargelds“ lanciert hat. Wer noch nie einen der hübschen lila Scheine in der Hand gehalten hat, sollte vorsichtshalber beim nächsten Besuch am Bankschalter um einen bitten – vielleicht gibt es sie nicht mehr lange.

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