Klimaziele: Creos ärgert die Regierung

Ehrgeizige Klimaziele hatte die Regierung Ende Februar vorgestellt: 50 bis 55 Prozent weniger CO2 soll Luxemburg bis 2030 emittieren, dabei seinen Gesamtenergieverbrauch um 21 Prozent senken und den Stromverbrauch immerhin stabilisieren. Die Question parlementaire Nr. 491 von Déi Lénk verweist auf eine Studie von Creos, der Betreiberfirma des nationalen Stromnetzes: Laut „Scenario Report 2040“ sei im Basisszenario mit einer Steigerung des Stromverbrauchs von 12 Prozent bis 2040 zu rechnen. Werde zusätzlich die Elektromobilität ausgebaut und das Data Center von Google mit einem Verbrauch von 260 Megawattstunden angesiedelt, so könne sich der Spitzenverbrauch verdoppeln. Die Antwort von Energieminister Claude Turmes ist ausweichend. Er unterstreicht, der im Februar vorgestellte Klimaplan sei nur ein Entwurf – doch die recht präzise formulierten Ziele dürften durch die Creos-Prognose in Frage gestellt werden. Was Google angeht, so versteckt sich der Minister wie zuvor (woxx 1521) hinter der noch nicht abgeschlossenen Prozedur. Das maximale Creos-Szenario schließlich wird als „worst case“ bezeichnet – nicht ganz plausibel, denn auf die Elektromobilität setzen gerade die Grünen große Hoffnungen. Und eine erfolgreiche Ansiedlung des Data Centers mag für Turmes’ Partei als „worst case“ gelten, nicht aber für deren Koalitionspartnerinnen.


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