KulturKanal fir Lëtzebuerg: 3 in 1 Podcast

Der neue „KulturKanal fir Lëtzebuerg“ startet mit seinem Programm. Dazu gehört auch der vielversprechende Podcast „Triptyphon“: ein Kettenbrief zwischen Autor*innen, Musiker*innen und Schauspieler*innen.

Triptyphon ist ein auditiver und visueller Kettenbrief der anderen Art. Der Podcast geht am 29. Juni mit hochkarätiger Besetzung in die erste Runde. (Illustration: Julie Wagener)

Luxemburg hat einen neuen Kulturkanal (Kuk): online, mit Großherzogin und Maus Kätti. Die Plattform wurde vom Künstler*innenkollektiv MASKéNADA ins Leben gerufen. Das Kollektiv hat Luxemburg und die Welt – Menschen aus 50 anderen Ländern schalteten ein – schon während der Ausgangssperre in „Live aus der Stuff“ kostenfrei mit Kultur versorgt. Mit Kuk wurde aus der Notlösung ein dauerhaftes Projekt, das Kunst und Kultur online frei zugänglich macht. Kunstschaffende erhalten eine Plattform jenseits der Bühnen und werden für ihre Produktionen bezahlt – das Publikum darf kostenlos dabei zuschauen. Das Programm läuft am kommenden Wochenende an.

Zum Auftakt liest die Großherzogin Maria Teresa am Sonntag, um 11 Uhr, aus Maus Kätti vor. Dazu gibt es Musik von Annemie Osborne. Klingt erst mal nach zu viel Monarchie, absurd und kurios, doch Kuk hat zum Glück noch mehr in petto – unter anderem das Audio- und Videoexperiment Triptyphon. Die Schauspielerin Larisa Faber bringt in der Podcast-Serie jeweils Autor*innen, Musiker*innen und Schauspieler*innen zusammen. Wie? Per Kettenbrief.

„Triptyphon is the result of a triple artistic experiment“, heißt es in der Podcast-Beschreibung auf kuk.lu. Am Anfang des Experiments stehen die Schriftsteller*innen. Sie verfassen einen exklusiven Text für das Projekt. Ihre Zeilen ziehen weiter zu den Schauspieler*innen, die mit einer Performance darauf antworten. Am Ende der Kette stehen die Musiker*innen, die etwas zum Schauspiel komponieren. Die Themen werden nicht vorgeschrieben. Nathalie Ronvaux, Aude-Laurence Biver und Catherine Kontz springen ins kalte Wasser und nehmen die erste Folge auf Französisch auf.

Die Künstlerinnen sind in ihren jeweiligen Genres national und über die Landesgrenzen hinweg bekannt. Die Schriftstellerin Nathalie Ronvaux erhielt den Prix Servais (2010), den Lëtzebuerger Buchpräis (2018) und gewann 2013 den Concours littéraire national in der Kategorie Theater. Schwer zu sagen, was im Podcast von Ronvaux zu erwarten ist: Die Autorin schreibt Lyrik, Theaterstücke und Prosa, wandert inhaltlich zwischen historischen Handlungen und Darstellungen der Selbstfindung umher. Diese Ungewissheit sollte die Schauspielerin Aude-Laurence Biver nicht groß herausfordern. Sie schlüpfte für Theaterstücke, Kinofilme und Fernsehproduktionen im In- und Ausland in die unterschiedlichsten Rollen. Zuletzt spielte sie in „Fan Club“, einem Spielfilm in Virtual-Reality von Vincent Ravalec, mit. Ähnlich breit aufgestellt ist die Musikerin Catherine Kontz: Ihre Kompositionen zeichnen sich durch Interdisziplinarität aus – beste Voraussetzung dafür, dass Kontz den Ball von Biver gut annehmen kann. Kontz konzipierte beispielsweise zusammen mit der Autorin Sarah Grange 2018 den „Fleet Footing – A Sonic Walk“. 17 Hörstellen luden zur urbanen Wanderung mit Kopfhörern entlang des Londoner Flusses Fleet ein.

Das Ergebnis der ungewöhnlichen Zusammenarbeit von Ronvaux, Biver und Kontz, wird am kommenden Montag, dem 29. Juni um 11 Uhr in französischer Sprache übertragen. Das nächste Trio, das am 6. Juli antritt, heißt Nora Wagener, Nancy Mensah-Offei und C’est Karma. Die Folge ist auf Deutsch. Am 13. Juli sind das Duo Caroline Gillet und Hugo Combe zusammen mit Fábio Godinho und Gana x Ragga x Skinny J by Stayfou an der Reihe – auf Französisch. Die Produzentin selbst, Larisa Faber, schließt das Projekt am 20. Juli auf Englisch ab – mit Judith State und Edsun.

Triptyphon, vom 29. Juni bis zum 20. Juli, jeweils montags um 11 Uhr auf kuk.lu

Cet article vous a plu ?
Nous offrons gratuitement nos articles avec leur regard résolument écologique, féministe et progressif sur le monde. Sans pub ni offre premium ou paywall. Nous avons en effet la conviction que l’accès à l’information doit rester libre. Afin de pouvoir garantir qu’à l’avenir nos articles seront accessibles à quiconque s’y intéresse, nous avons besoin de votre soutien – à travers un abonnement ou un don : woxx.lu/support.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Wir stellen unsere Artikel mit unserem einzigartigen, ökologischen, feministischen, gesellschaftskritischen und linkem Blick auf die Welt allen kostenlos zur Verfügung – ohne Werbung, ohne „Plus“-, „Premium“-Angebot oder eine Paywall. Denn wir sind der Meinung, dass der Zugang zu Informationen frei sein sollte. Um das auch in Zukunft gewährleisten zu können, benötigen wir Ihre Unterstützung; mit einem Abonnement oder einer Spende: woxx.lu/support.
Tagged .Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Kommentare sind geschlossen.