MeYouZik 2019: Globale Grooves

Am 14. und 15. August, also am Vorabend des Feiertags am Donnerstag nächster Woche und am Feiertag selbst, geht ab 18 beziehungsweise ab 16 Uhr das MeYouZik-Festival erneut zweitägig über die Bühne.

Ladama (Foto: Sea Robin Studios)

Das LCTO präsentiert bei freiem Eintritt Weltmusik aus Afrika, aus der Karibik, Lateinamerika und Europa an den bewährten Stellen in der Haupstadt. Bespielt werden der Knuedler, der Platz an der Rue du St-Esprit und am zweiten Tag auch die Place d’Armes. An der Place Clairefontaine findet man am Donnerstag das Me-You-Village mit Ständen von NGOs und man kann sich mit Getränken und Snacks versorgen. Dieses Mal sind Gruppen dabei, die schon in Luxemburg waren, und solche, die jetzt hier ihre Premiere feiern. Im Programm finden sich große Namen und Newcomer*innen.

Seun Kuti

Der Mittwoch – Schwerpunkt Afrika

Die globale Party startet am Mittwoch auf dem Knuedler. Um 18 Uhr beginnt dort Mamadou Diabaté & Percussion Mania, eine Gruppe mit Wurzeln in Burkina Faso. Der Kopf der Gruppe, Mamadou Diabaté, ist ein Meister des jahrhundertealten westafrikanischen Balafons und mit Percussion Mania zeigt er, wie modern das klingen kann. Um 20 Uhr folgen Les Tambours de Brazza. Die Gruppe, die vor 28 Jahren gegründet wurde, kommt aus Brazzaville, der Hauptstadt der Republik Kongo. Die Musik des neunköpfigen Ensembles fußt auf der Polyrhythmik seiner Heimat, ergänzt um Elemente des Soukous und anderer afrikanischer Stile. Hier treffen dominante Trommeln auf Gesang, Bass und Gitarre. Ab 22 Uhr gehört die Bühne Seun Kuti & Egypt 80. Diese nigerianische Band ist seit vielen Jahren eine der heißesten afrikanischen Acts überhaupt. Schon ganz jung hat Seun die Leitung der Gruppe seines verstorbenen, legendären Vaters Fela Kuti übernommen. Markenzeichen dieser Afrobeat-Formation sind der vielschichtige, treibende Rhythmus, an dem viele Nachahmer*innen verzweifeln, messerscharfe Bläsersätze und pointiert aggressive Texte über Kolonialismus und Rassismus. Parallel dazu treten ab 18 Uhr zeitlich leicht versetzt drei Bands auf der Holy Ghost Stage auf. Beginnen wird zunächst der Brüsseler DJ Mukambo mit globalen Beats. Er legt auch in den Umbaupausen auf. Unter anderem spielen dort Bongo Hop, die Gruppe des französischen Produzenten Etienne Sevet mit einer poppigen Mischung aus Kolumbien, Karibik und Afrobeat. Aus Kinshasa, Demokratische Republik Kongo, stammt der Kopf von Bantou Mentale, Cubain Kabeya, der schon bei Staff Benda Bilili trommelte. Die in Paris ansässige Truppe produziert ab 22.45 Uhr elektronische Club-Sounds mit kongolesischem Feeling.

Moonlight Benjamin (Foto: pixbynot)

Der Donnerstag – Schwerpunkt Karibik, Lateinamerika und Europa

Am Donnerstag, dem 15. August, findet man auf dem Knuedler drei Gruppen aus der Karibik und Lateinamerika. Hier eröffnet bereits um 18.15 Uhr die Haitianerin Moonlight Benjamin mit ihrer Band das Feiertagsprogramm. Diese energiegeladene, magische Sängerin und ihre rockende Band mit einer unwiderstehlichen Version des haitianischen Voodoo darf man nicht verpassen! Auf der Weltmusikmesse Womex im letzten Jahr war das eine der ganz großen Überraschungen. Seitdem hat sie auf den wichtigsten Weltmusik-Festivals der Welt das Publikum begeistert. Dann folgt um 20.15 Uhr das Duo Winston McAnuff & Fixi. McAnuff ist ein alter Reggae-Kämpe aus Jamaika, Fixi ein französischer Keyboarder. Zusammen produzieren sie einen Sound, der mehr Pop als Reggae ist. Die dritte Gruppe auf dem Knuedler ist an diesem Abend um 22.15 Uhr das Frauenquartett Ladama, deren Mitglieder aus Venezuela, Kolumbien, Brasilien und den USA stammen. Auch diese Band gehörte zu den Höhepunkten der letztjährigen Womex. Mit E-Gitarre, Schlagzeug, der traditionellen Bandola und um einen Bassisten verstärkt, singen sie sich durch ein breit angelegtes, in die Beine gehendes Repertoire lateinamerikanischer Stile. Das ist erstklassige Latin-Frauen-Power!

Photo: visitluxembourg.lu

Parallel dazu, ohne komplette Überschneidungen, findet man auf der Place d’Armes Gruppen aus Europa. Hier eröffnet um 17.30 Uhr die portugiesische Gruppe Fogo Fogo aus Lissabon. Einer ihrer Schwerpunkte ist der kapverdianische Funaná, aber andere lusophone Stile finden ebenso ihren Platz. Vołosi ist eine der Vorzeigegruppen Polens, die sich unter anderem auf die traditionelle Musik Schlesiens bezieht. Das Quintett mit Violinen, Cello, Kontrabass und Dudelsack tritt um 19.30 Uhr auf. Polnische Musik ist hier immer noch ein Geheimtipp – zu Unrecht, denn dort gibt es eine ganz reiche, lebendige Tradition. Jetzt hat man hier eine der seltenen Gelegenheiten eine der virtuosesten Gruppen Polens kennenzulernen. Altgediente Haudegen der Weltmusikszene in Belgien sind Jaune toujours, die politisch kein Blatt vor den Mund nehmen. Die Brüsseler Band hat sich 1997 gegründet, spielte bereits auf dem britischem Womad- und dem deutschen Rudolstadt-Festival und konnte 2004 mit „Ici Bxl“ einen echten Hit verbuchen. Ab 21.30 Uhr servieren Jaune Toujours auf der Place d’Armes ihre wilde, eklektische Mischung aus Latin, Balkan, Ska und afrikanischen Klängen.

Auf der Holy Ghost Stage am St-Esprit legt am gleichen Tag ab 16 Uhr wieder DJ Mukambo auf und füllt auch die Umbaupausen. Hier ist dann unter anderem ab 17.15 Uhr der aus Brasilien stammende Akkordeonist, Gitarrist und Sänger Fabiano Santana mit Stilen wie Xote und Forró auf der Bühne. Die britisch-westafrikanische Combo Minyanta spielt ab 22.30 Uhr und wird das Festival gegen 24 Uhr beenden.

Das detaillierte Programm ist auf der Homepage des LCTO zu finden: www.luxembourg-city.com/de/meyouzik





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