Mobilitätswoche: Durchgegoogelt und veräppelt

von | 15.09.2016

Vom 16. bis 22. September läuft die diesjährige Mobilitätswoche.

(Photo : SIP)

Zumindest die Vorstellung der diesjährigen Mobilitätswoche glich der im Vorjahr wie ein Ei dem anderen: Acht oder neun offizielle Vertreter, von denen aber nur drei für einen Redebeitrag vorgesehen waren, saßen in einem viel zu engen Raum der versammelten Presse gegenüber. Die musste zum Teil mit einem Platz am Katzentisch vorlieb nehmen, um sich dann durch ein Veranstaltungsprogramm zu quälen, das in einer synoptischen Tabelle abzuhaken gewesen wäre. Selbst der Infrastrukturminister François Bausch wiederholte sich fast wörtlich: „Es sind mir zu viele „one shot“ Aktionen, und es ist zu wenig Nachhaltiges dabei.“

Immerhin, die Zahl der Kommunen, die sich an der Mobilitätswoche beteiligen (41 bis zum Redaktionsschluss), übersteigt die vom Vorjahr um fast ein Drittel. Doch wird voraussichtlich nur Bissen den Status eines „Golden Participant“ erlangen. Dieses europäische Prädikat erhalten Gemeinden, die gleichzeitig drei Kriterien erfüllen: ein Programm, das die ganze Mobilitätswoche abdeckt, die Inbetriebnahme zumindest einer dauerhaften Infrastrukturmaßnahme und, drittens, die Ausweisung eines oder mehrerer Ortsbereiche zur autofreien Zone für einen ganzen Tag – wenn möglich am 22. September, dem weltweit geltenden „Car Free Day“.

Koerich als Exempel

Besonders diese letzte Form des Mitmachens findet bei den luxemburgischen Gemeinden wenig Anklang, nicht zuletzt wegen der Befürchtung, dass gerade an einem Werktag die ohnehin schwierige Verkehrslage sich verschlimmern könnte, was dem Image der Mobilitätswoche sicher nicht zuträglich wäre.

Hervorzuheben ist neben Bissen vor allem Koerich, das die diesjährige Mobilitätswoche zum Anlass nimmt, ein gemeindeübergreifendes Verkehrskonzept vorzustellen. Details können an dieser Stelle allerdings nicht verraten werden, weil die Pressekonferenz dazu erst am heutigen Freitag stattfindet.

1389newseu-mob-week-2016Vieles ist zwar seit der ersten Mobilitätswoche 2002 passiert, doch liegt bei der sanften Mobilität in Luxemburg noch immer einiges im Argen. Auch im sechsten Jahr nach der Einführung funktioniert das vielgelobte Busleitsystem nicht wie gewünscht. Auch sind viele Busse selbst neueren Datums zwar mit hübschen Monitoren ausgestattet, die vor allem für die Mobilitéitszentral werben, doch Informationen zur aktuellen Fahrt liefern sie immer noch nicht. An vielen Haltestellen sind reale „Leitzeiten“ mit den festprogrammierten Zeiten von Bussen, die vom System nicht erfasst werden, vermischt. Ein Kuddelmuddel, das die BenutzerInnen insbesondere an stark frequentierten Haltestellen zur Verzweiflung bringt. Und bei Sonderanlässen wie der Braderie bricht die Kommunikation gänzlich zusammen.

Aber zum Ausgleich soll es, einmal mehr, Verbesserungen bei der „Äpp“ geben. Wenn wir also in Zukunft an einer Bushaltestelle mit dem Kopf eines auf sein Handy fixierten gestressten Zeitgenossen zusammenstoßen, ist der Grund dafür nicht unbedingt Pokémon Go – nein, er oder sie wollte sich wahrscheinlich nur vergewissern, dass der eben davongerauschte Bus nicht der war, der laut Anzeige noch gar nicht eingelaufen ist.

Aber vielleicht liegt die Zukunft ohnehin nicht (mehr) beim öffentlichen Verkehr: Dank Google Open Data und den vom Minister mit nicht geringer Begeisterung verfolgten Entwicklungen in Sachen automatisierter Individualverkehr „wird sich in Zukunft unser Mobilitätsverhalten sehr stark verändern“.

Nicht geändert hat sich auch die nicht gerade verkehrsgünstige Lage der Mobilitéitszentral, die vom Statdtzentrum nur über ein Provisorium von Bürgersteig zu erreichen ist und zudem noch immer nicht über einen Fahrradständer im Eingangsbereich verfügt. Die hierher bikenden JournalistInnen und Minister sehen sich gezwungen, ihr Gefährt an den Geländern anzuschließen, die eigentlich dazu gedacht sind, Menschen mit geringer Mobilität das Leben zu vereinfachen, und nicht, ihnen den Weg zur Mobilitätszentrale zu verbauen.

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