Musiktipp: Ungezügeltes Feuer

von | 28.05.2025

(© Cruz del Sur)

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Wenn man eine sensationelle EP („Collosus“; März 2020) veröffentlicht hat – just zu Beginn der Coronapandemie wie einen Rettungsanker für die ohne jede Konzerteuphorie dahindarbende Metalgemeinde – , gefolgt von einem Longplayer („The Hyperborean“, 2022), mit dem es das bereits erreichte Niveau zu halten gelang, was kann da schon schiefgehen? Alles! Doch „Fer de Lance“ haben die Herausforderung mutig angenommen. Und lassen auf ihrer neuen Platte „Fires on the Mountainside“ bereits nach dem 13-minütigen gleichnamigen Opener keinen Zweifel: Sie haben den Test bestanden und erneut ein herausragendes Album produziert! Ausladende Gitarrenriffs, pathosgeladene Melodielinien und Choräle, unterbrochen von einem melancholischen Break in der Mitte des Songs, dem ein erneuter Ausbruch mit fett groovenden Gitarren und wuchtigen Trommelwirbeln folgt – die Höhen des epischen Metal, zu denen sich das Quartett aus Chicago schon mit diesem ersten Stück aufschwingt, lassen Parallelen nur zu den ganz Großen des Genres zu, wie etwa zu „Bathory“ und deren unübertroffenem Song „Shores in Flames“. Für einen Moment fürchtet man, der Rest des Albums könne nun bloß noch als Fußnote dahindümpeln, ehe man sich mit „Ravens Fly (Dreams of Daidalos)“ erneut in die Lüfte schwingt. Genauso geht es weiter. Wer das Glück hat, die sympathischen Vier live zu sehen, weiß außerdem, dass die Dämonen, die hier bekämpft werden, wohl eher nicht jene Fantasiegestalten etwa der „Manowar“-Alben, sondern die Ungeister der Gegenwart sind. Into battle!

Fer de Lance: Fires on the Mountainside, Cruz Del Sur Music. Erscheint am 28. Juni 2025.

Untamed Fire

After releasing a sensational EP (“Colossus”, March 2020) – thrown like a lifeline to a metal scene deprived of the euphoria of live shows due to the corona pandemic – and a full-length album (“The Hyperborean”, 2022), which maintained the high standard already set, what could possibly go wrong? Everything! But “Fer de Lance” rose to the challenge with boldness. And right from the 13-minute title track that opens their new record “Fires on the Mountainside”, they make one thing crystal clear: They’ve passed the test with flying colours and present a fantastic album once more. Sweeping guitar riffs, melody lines and choral sections brimming with pathos, interrupted mid-song by a melancholic break, only to erupt once more into thick, grooving guitars, thunderous drum rolls and beautifully sung vocals — the epic metal heights that this Chicago quartet ascends to with just this first track call to mind only the genre’s true giants, like “Bathory” and their unmatched classic “Shores in Flames.” For a moment, one could fear the rest of the album might be reduced to a mere footnote — until “Ravens Fly (Dreams of Daidalos)” lifts the listener into the skies once again. And so it goes on. Those lucky enough to catch the four live also know: the demons they battle aren’t the fantasy figures from “Manowar” albums but the unholy spectres of the present day. Into battle!

Fer de Lance: Fires on the Mountainside, Cruz Del Sur Music. To be released June 28, 2025.

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