Russland vor Putins Wiederwahl

Vor den russischen Präsidentschaftswahlen am Sonntag ging Amtsinhaber Putin auf Nummer sicher: Zugelassen waren nur Kandidat*innen, die ihm nicht gefährlich werden können.

Verlässt sich nicht auf Zufälle oder Demokratie: Der russische Präsident Wladimir Putin vor seiner Wiederwahl. (Bildquelle: Kreml)

Während die sieben männlichen Kandidaten und eine einzige weiblichen Kandidatin für den Posten des russischen Präsidenten mit Themen wie Anhebung der Einkommen, Privatisierung staatlicher Konzerne, Nationalisierung des Bankensystems zu punkten versuchen, lassen Wladimir Putin solche Pflichtübungen kalt. Wie unsere Russland-Korrespondentin Ute Weinmann berichtet, hat der amtierende russische Präsident auf die ihm zustehende Werbezeit in den Medien verzichtet.

Wieso sollte er auch, schließlich bietet ihm sein Amt ein Forum, mit Taten statt mit Worten zu überzeugen: Während die prospektive Nachfolge in TV-Debatten über nationale Sicherheitskonzepte streitet, bedient Putin den dafür zuständigen Apparat. So stellte er bei seiner alljährlichen Ansprache vor der föderalen Versammlung Russlands abschreckendes Waffenarsenal samt Computersimulation vor. „Zu den Glanzpunkten dieses zweistündigen Auftrittes zählte eine atomgetriebene Rakete mit einem für die Gegenseite unkalkulierbaren Flugverlauf“, wie Weinmann berichtet. Einmal mehr inszenierte er sich so als Russlands Beschützer.

Die Routine, mit der Putin sich als der richtige Mann präsentiert, birgt laut Weinmann jedoch gleichwohl auch Gefahren. So könnte es unschön aussehen, wenn ein Großteil der Wähler*innen wegen fehlender Alternativen am Wahltag lieber zuhause bleibt: Umfragen prognostizieren eine Beteiligung von 65 Prozent.

Im Kreml hat man sich bemüht, wenigstens den Anschein politischer Konkurrenz zu erzeugen. Neben einigen bekannten Veteranen des postsowjetischen Politikzirkus, wie dem altgedienten und wegen seiner Ausfälligkeiten in manchen Kreisen überaus beliebten Politprofi Wladimir Schirinowskij von der Liberaldemokratischen Partei LDPR, finden sich auch neue Gesichter, die das Interesse am Wahlkampf etwas belebten. Welche das sind und wofür sie politisch stehen, berichtet Ute Weinmann am Freitag auf unseren Interglobal-Seiten.

Den Bericht von Ute Weinmann aus Moskau lesen Sie am Freitag in der gedruckten Ausgabe der woxx.

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