Sekundarschule: Reform kommt

von | 10.07.2017

Mit der „Lycéesreforme“ hofft das Bildungsministerium, der großen Heterogenität der SchülerInnen besser gerecht werden zu können. Doch stößt das Gesetz weiterhin auf Kritik.

(Bildquelle: Ministère de l’éducation)

Die Reform zum Sekundarschulunterricht wird im kommenden Herbst in Kraft treten. Fünf Jahre wurde an der Reform gearbeitet. Zeitweilig habe es so ausgesehen, als könne und wolle das Lyzeum nicht reformiert werden, so Claude Meisch auf einer Pressekonferenz. Im Laufe dieses Prozesses habe der Minister mit allen SchülerInnen- und LeherInnenvertretungen, Direktionen und Elternvereinigungen und Services de psychologie et d’orientation scolaires (Spos) gesprochen. Das nun erreichte Resultat sei eine „große Reform“, die, wie das Bildungsministerium erklärt, zwölf Antworten auf bestehende Herausforderungen liefert.

Heterogenität gerecht werden

Um der Heterogenität der Schulen besser gerecht werden zu können, sollen Lyzeen künftig autonomer werden. Zudem werden sie sich künftig stärker an den Bedürfnissen der Schüler ausrichten müssen, so Meisch. Zwar würden, wie er betonte, die Ziele immer noch vom Ministerium vorgegeben, doch sei es den Schulen überlassen, wie sie diese umsetzen. Zu den vorgegeben Auflagen zählen unter anderem Inklusion, Nachhilfeangebote und psycho-soziale Betreuung. Mit einer vergrößerten Schulautonomie sei das übergeordnete Ziel verbunden, eine möglichst große Bandbreite an unterschiedlichen Schulformen anzubieten. „Wir brauchen kein Einheitsmodell, sondern eine menschliche Schule“, begründet Meisch die Herangehensweise. Durch sie soll garantiert werden, dass SchülerInnen unter einer Vielzahl an Angeboten jeweils dasjenige auswählen können, das ihren Bedürfnissen, Interessen und Begabungen am ehesten entspricht. Zwar wird das Modell der Sektionen beibehalten, doch ist den Schulen die Entscheidung freigestellt, welche Fächerkombinationen sie jeweils anbieten. Auch durch die Optionsfächer und außerschulischen Aktivitäten könne je ein eigenes Profil erstellt werden. Mit der geplanten Reform will das Ministerium der hohen Wiederholungsrate und den frühzeitigen Schulabbrüchen begegnen. „Nicht alles wird zu Schuljahresbeginn in Kraft treten, doch die Reform bietet den Schulen viele Möglichkeiten, sich in den nächsten Jahrzehnten weiterzuentwickeln“, so Meisch abschließend.

Im Parlament stieß die Reform bei allen Oppositionsparteien auf Kritik. Eine Stunde vor der Präsentation Meischs hatte die CSV noch zu einer Pressekonferenz geladen. Der Gesetzesentwurf sei nicht mehr als eine Mini-Reform, urteilte Martine Hansen. Bei der Ausarbeitung sei nicht ausreichend Rücksprache mit den Schulen gehalten worden. Auch bedauere man, dass es keine grundlegende Änderung beim Sprachenunterricht gibt. Folglich werde man gegen das Gesetz stimmen. Die ADR begrüße zwar den Aspekt der Schulautonomie, fürchte jedoch einen allgemeinen Qualitätsverfall, begründete Fernand Kartheiser der woxx gegenüber die Gegenstimme seiner Partei. Dagegen stimmten auch Déi Lénk. Sie sind der Ansicht, dass die Autonomie der Lyzeen national geregelt sein müsse, um so ein einheitliches Schulsystem zu gewährleisten. Da die Aufstellung der Entwicklungspläne ganz bei den Direktionen liege, würden diejenigen ausgeschlossen, die am meisten von den Entscheidungen betroffen sind – nämlich Lehrkräfte, SchülerInnen und deren Eltern.

Einige Vorwürfe konnte Meisch am Mittwoch zwar entkräften, es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich die Reform in der Praxis bewährt.

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