Sudankonferenz: Hilfe ohne Frieden

von | 17.04.2026

Dass es keine Friedensinitiative werden würde, war von Beginn an klar: Die am Mittwoch in Berlin stattgefundene Sudankonferenz fand ohne Beisein der sich bekriegenden Akteure statt. Weder die sudanesische Regierung noch deren militärischer Gegner, die „Rapid Support Forces“ waren überhaupt eingeladen. Die von Deutschland gemeinsam mit Großbritannien, Frankreich, den USA sowie der Europäischen und der Afrikanischen Union ausgerichtete Veranstaltung sollte vor allem öffentliche Aufmerksamkeit für den grausamen Konflikt schaffen, in dem inzwischen mindestens 150.000 Menschen getötet worden und zwei Drittel der 46,5 Millionen Menschen zählenden Bevölkerung von Hilfszuwendungen abhängig geworden sind. Neben einem Außenministertreffen und einer Zusammenkunft ziviler – nicht zuletzt auch sudanischer – Akteure fand eine Geberkonferenz statt. Dabei kamen rund 1,5 Milliarden Euro an Hilfsgeldern zusammen. Im Vorjahr wurden bei einer ähnlichen Veranstaltung in London 850 Millionen Euro erzielt, was damals rund 40 Prozent der benötigten Gelder entsprach. Diese Zahl jedoch ist längst passé, denn inzwischen weitet sich die humanitäre Krise immer drastischer aus. Falls der Krieg bis ins Jahr 2030 andauert, werden laut einer Schätzung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) weitere 34 Millionen Menschen in extreme Armut gestürzt. Das geht aus der am Vortag der Berliner Konferenz veröffentlichten Studie „Beyond the Conflict“ hervor, in der verschiedene Zukunftsszenarien für das Land durchgespielt werden. Die positiveren davon dürften eher zur Illustration des Ausmaßes der sich abspielenden Katastrophe dienen, da derzeit nicht einmal ein Waffenstillstand realistisch erscheint.

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