WIRTSCHAFT: Streicheln hier und Mahnen dort

Der Premierminister liefert eine Bestandsaufnahme zur Lage der Nation und erweist sich einmal mehr als Meister der politischen Psychologie. Einige heikle Themen bleiben jedoch außen vor.

Der Premierminister hat Frühlingsgefühle. „Wir sehen den Frühling ganz deutlich“, sagte Jean-Claude Juncker am Dienstag während seiner Rede zur Lage der Nation und meinte damit den Aufschwung der hiesigen Wirtschaft. Schließlich erwartet die EU-Kommission für Luxemburg ein Wachstum von 2,4 Prozent. Nach einer konjunkturellen Schwächephase also wieder alles bestens?

Von wegen! Während Juncker in der Chamber die Wirtschaftspolitik seiner Regierung schönredete, gingen in Düdelingen mehr als 2.000 Menschen auf die Straße, um gegen den Abbau von rund 1.000 mehr lesen / lire plus

PRESSEPUTSCH: Existenzielles Eigentor

Beim Machtkampf um das Pressegesetz gibt es einen großen Verlierer: den Journalistenverband. Seine Glaubwürdigkeit und seine Unabhängigkeit sind zerstört.

Luxemburgs Presse hat ihren Skandal. Doch statt als Berichterstatterin die bloßen Fakten zu übermitteln, steckt sie selbst mitten drin. Es geht um Manipulation und Machtmissbrauch. Und um ein Menschenrecht: die Freiheit und die Unabhängigkeit der Presse.

Am vergangenen Freitag haben rund 100 JournalistInnen einen neuen Vorstand für ihren Journalistenverband (ALJ) gewahlt. Fünf Vertreter der Verlagsgruppe Editpress gewannen die Wahl: Patrick Théry vom Quotidien, Lucien Montebrusco vom Tageblatt, René Hoffmann vom Jeudi, Roger Infalt vom Tageblatt und Jean-Marie Backes, ebenfalls Tageblatt.

Alles ganz demokratisch, wäre da nicht die Vorgeschichte gewesen. mehr lesen / lire plus

CID-FEMMES: Anecken erwünscht

Der 3. Girls‘ Day steht vor der Tür, und bei Christa Brömmel laufen die Telefone heiß. Die Mitarbeiterin vom Cid-femmes koordiniert den Mädchentag und ist auch sonst eher eine Macherin.

Ihr geht es um mehr, als die Grenzen zwischen Frauen und Männern zu durchbrechen: Christa Brömmel leitet das einzige Informationszentrum für Frauen in Luxemburg.

„Kaum sind die Handwerker im Haus, bleibt die Klobrille hochgeklappt.“ Die große schlanke Frau mit den braunen Haaren runzelt einen Moment verärgert die Stirn. Männer besuchen ihren Arbeitsplatz nicht sehr oft – und wenn, dann sind es meistens welche von der rücksichtsvolleren Sorte. Christa Brömmel arbeitet als Koordinatorin im Cid-femmes (Cid), dem einzigen Informations- und Dokumentationszentrum für Frauen in Luxemburg. mehr lesen / lire plus

MICHAEL SCHORR: Schultze Gets the Blues

Mit bewegungsloser Kamera fängt Dokumentarfilmer Michael Schorr in seinem ersten Spielfilm die kleinen Momente eines Frührentnerlebens ein. Ein humorvolles Roadmovie der besonderen Art, dem auch der etwas langatmige Einstieg nicht wirklich schadet. Für GenießerInnen!

Im Utopia mehr lesen / lire plus

LUXEMBURG: Fünf für Konsequenz

Luxemburg hat zum zweiten Mal die internationale Biennale der Farbfotografie organisiert. Gold holt Australien. Der Gastgeber geht leer aus.

Luxemburg ist jetzt neben Australien. Dabei hatte eine Jury dem Land gerade erst den Platz zwischen England und San Marino zugewiesen. Aber da fühlten sich die LuxemburgerInnen scheinbar in unpassender Gesellschaft und positionierten ihre Fotos stattdessen im Escher Theater ganz frech neben Australien. Sie sehen sich wohl noch wie im Kulturjahr 1995 in der ersten Reihe stehen, sind dabei aber im Schatten der Konkurrenz gelandet.

Wenn sie nicht hinter Khuu Kieng Longs Pfeifenrauch verblassen, so doch spätestens beim Urschrei eines australischen Aborigine, fotografiert von Ward Ron. mehr lesen / lire plus