UN-Plastikabkommen: In die nächste Runde

von | 08.08.2025

Vom 4. bis zum 14. August diskutieren Vertreter*innen von 170 Ländern in Genf, um in einer entscheidenden letzten Verhandlungsrunde einen globalen, rechtlich verbindlichen Plastikvertrag zu beschließen. Das mittlerweile sechste Treffen, der auf ursprünglich fünf Treffen ausgelegten Runde des „Intergovernmental Negotiating Committee“ (INC-5.2), geht auf eine Resolution der UN-Umweltversammlung vom März 2022 zurück. Weil ein internationales Abkommen Ende letzten Jahres im südkoreanischen Busan hauptsächlich an der Unvereinbarkeit der Positionen zweier Hauptlager gescheitert war (woxx 1815), setzen Parteien verstärkt auf einen Konsensentwurf. Eine Allianz aus über 60 Staaten – darunter Luxemburg als Teil der EU sowie Länder wie Kenia, Norwegen und Peru – fordert verbindliche Produktionsobergrenzen und ein Verbot giftiger Additive. Öl- und Gasförderstaaten, wie Saudi-Arabien, Russland und Iran pochen dagegen auf die Unantastbarkeit der Herstellung. Als entscheidend könnte sich die Haltung der USA erweisen, wobei Trumps Pro-Erdöl-Kurs wenig Spielraum für ein Umdenken lässt. In Luxemburg lag die Recyclingquote 2024 bei 48,8 Prozent, bei steigender Sammelmenge. Jedes Jahr kommt mehr Plastik in den Umlauf. Derzeit werden weltweit rund 460 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr produziert, nur etwa zehn Prozent davon werden recycelt, über 30 Millionen Tonnen landen jährlich im Meer. Eine Anfang August im Lancet veröffentlichte Studie warnt vor einer globalen Plastikkrise mit jährlichen gesundheitlichen Schäden in Billionenhöhe. Ohne politische Gegenmaßnahmen drohe laut Studie eine Verdreifachung der Produktion bis 2060.

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