Unel kritisiert Stages-Gesetz

von | 09.05.2018

Die Studierendenvereinigung Unel befürchtet eine verstärkte Prekarisierung von Jugendlichen. Das geht aus ihrem Gutachten zum Stages-Gesetz hervor. Grundsätzlich sei es ein wichtiger Schritt, einen gesetzlichen Rahmen für Praktika zu schaffen. Der vorliegende Gesetzesentwurf, der von Arbeitsministerium und Acel ausgearbeitet wurde, verpasse jedoch die Chance, der Diskriminierung von Praktikant*innen entgegenzuwirken. Die Vereinigung kritisiert vor allem, dass obligatorische Praktika, also solche, die im Rahmen einer schulischen Ausbildung absolviert werden, nicht entlohnt werden müssen. Dies schaffe einen ungleichen Zugang zum Studium, hängt die Möglichkeit, ein unbezahltes Praktikum zu absolvieren, doch von den finanziellen Mitteln der Betroffenen beziehungsweise ihrer Familie ab. Ein Gesetz, das Arbeitgeber*innen auf Kosten junger Bürger*innen aus der Verantwortung ziehe, trage nicht zu einer gerechteren Gesellschaft bei. Der Gesetzestext lasse zudem vieles im Unklaren. So werde kaum auf Qualitätskriterien sowie die Rolle der Tutor*innen eingegangen. Kein Wort sei darüber zu finden, was passiert, wenn auf ein Praktikum eine Anstellung in derselben Firma erfolgt. So könne es vorkommen, dass ehemalige Praktikant*innen zusätzlich eine Probezeit durchlaufen müssten.

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