Verbot kostenfreier Plastiktüten: Nicht schlecht, aber …

von | 05.01.2019

Neues Jahr, neues Glück: In Sachen Plastikvermeidung könnte das 2019 hinhauen. Mit dem Inkrafttreten des Verbots, kostenfrei Plastiktüten zu verteilen, wagt Luxemburg einen Schritt in die richtige Richtung. Nur lässt die Regierung der Kundschaft noch zu viel Spielraum.

Ministerium für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur

Wird was lange währte nun endlich gut? So in etwa. Seit dem 31. Dezember 2018 ist es Läden in Luxemburg offiziell untersagt, Plastiktüten mit einer Dichte von mehr als 15 Mikrometern kostenfrei anzubieten. Gegen Bezahlung sind sie weiterhin erhältlich, solange der Vorrat reicht. Wer gegen das Gesetz verstößt, wird zur Kasse gebeten und riskiert eine Geldstrafe zwischen 50 und 1.000 Euro. Das Ministerium für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur verspricht sich von dieser Maßnahme bis Ende des Jahres eine Senkung des Verbrauchs auf 90 Plastiktüten pro Kopf. 2025 sollen es nur noch 40 sein. Zum Vergleich: Nach Angaben von Valorlux wurden 2017 rund 140 Einwegplastiktüten pro Person genutzt, was einer Gesamtzahl von insgesamt 8,75 Millionen entspricht.

Jubel, Trubel, Heiterkeit ist trotz Verbot nicht, denn von der neuen Gesetzgebung ausgeschlossen sind die „sacs en plastique très légers“, die es beispielsweise in der Obst- und Gemüseabteilung der Supermärkte „à go-go“ gibt. Auch plastikverpackte Lebensmittel oder Produkte „sous-vide“ wandern weiterhin legal über das Kassenband und in die Öko-Einkaufstaschen. Warum nicht auch die weniger dichten Plastiktüten verbieten? Das Ministerium schiebt hygienische Gründe und die Einzelverpackung vor, die zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung beiträgt. Die Weitergabe kostenfreier Plastiktüten mit einer Dichte unter 15 Mikrometern sei deswegen auch weiterhin erlaubt. Einige Supermarktketten werben alternativ mit wiederverwendbaren, kostenpflichtigen Nylon-Säckchen, wobei auch die nicht zu hundert Prozent abbaubar und auf Dauer nicht resistent sind. Andere Lebensmittelgeschäfte machen freiwillig Platz für Silo-Anlagen zum Befüllen mitgebrachter Behälter. Dazu eine kurze Anekdote: In einem Laden mit überschaubarer Unverpackt-Station holte eine Verkäuferin letzt eine Packung Müsli, herkömmlich verpackt in Plastik, aus dem Hinterzimmer hervor, um das leere Silo aufzufüllen. Die Leinen-Säckchen, die der Laden bereithält, wurden zur Farce. Wie plastikfrei es hinter den Kulissen wirklich zugeht bleibt fraglich. Auch, weil es nur wenige Großhändler gibt, die unverpackt liefern.

Das Ministerium setzt derweil verstärkt auf Sensibilisierung und Informationsarbeit, unter anderem mit Knetfiguren auf Werbeplakaten. Mit der Pressemitteilung vom 31. Dezember 2018 schickte es gleich Tipps für den plastikfreien Einkauf hinterher: die Nutzung von Mehrwegtaschen oder das Ausweichen auf Papiertüten. Die seien jedoch nur dann eine umweltbewusste Lösung, wenn man sie anschließend richtig recycle. Andernfalls wären sie sogar eine noch größere Umweltbelastung als die plastikreiche Variante. Dabei drängt sich die Frage auf, warum die Kundschaft nach wie vor vor die Wahl gestellt wird. Das erscheint auf den ersten Blick nicht verkehrt, setzt aber das Umweltbewusstsein der breiten Öffentlichkeit voraus.

Aus Gesprächen mit Vertreter*innen der Lebensmittelbranche und des Konsumentenschutzes Luxemburgs geht jedoch hervor, dass sich der Großteil der Kundschaft hierzulande im Alltag noch wenig bis gar nicht für Plastikvermeidung und alternative Verpackungsmöglichkeiten interessiert. Die Schritt-für-Schritt-Politik Luxemburgs und der EU in puncto Plastikvermeidung ist ein wichtiger Ansatz, doch sie muss mutiger voranschreiten. Es bleibt zu hoffen, dass durch das Verbot mehr Menschen ihr Umweltbewusstsein schärfen und ihre Einkaufsmuster sowie ihren allgemeinen Konsum hinterfragen.

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