EVENT: Die Cello-Dialoge

Die Theatergruppe Maskénada bringt nächste Woche ihre neue Kreation auf die Bühne. „La Dame au violoncelle“ ist als Zusammenspiel zwischen Musik und Theater konzipiert.

Gruppenbild mit Dame und Cello…

Maskénada, 1995 als freie Theatergruppe entstanden, ist eine unabhängige Plattform. Das Prinzip der freien Bühne ist für die Gruppe schon Tradition. So wurden die Stücke oft außerhalb der üblichen Bühnensäle an ungewöhnlichen Orten Luxemburgs gespielt. Sich selbst als „Nomaden der Theaterszene“ bezeichnend, ist die Gruppe inzwischen zu einer festen Größe in der einheimischen Kulturszene geworden und aus der Theaterlandschaft nicht mehr wegzudenken. Auch die Mischung aus Theater und Musik ist mit der Zeit charakteristisch für Maskénada geworden.

Ihr neues Stück, „La Dame au violoncelle“, basiert auf einem Monolog von Guy Foissy. Sein siebtes Stück ist eine Liebesgeschichte, eine Suche nach Träumen und Glück. Schauspiel und alternierende Konzertmomente sollen dabei die Suche nach der Wahrheit und das Infragestellen des S(ch)eins widerspiegeln.

Die jungen Regisseure Nathalie Ronvaux und Marc Rettel haben das Projekt mit der gebürtigen Russin Irina Fedotova in der Hauptrolle szenisch umgesetzt. Auf der Basis des Textes von Foissys Monolog „La Dame au violoncelle“ ist damit eine Reflexion um die Rolle der Musik in der Theaterinszenierung entstanden, die sich während der Proben nach und nach weiterentwickelt hat.

Schauspielerin und Cello teilen sich gemeinsam die Bühne. Das Instrument ist Spielpartner der Dame und zugleich ihr Gegenpart, es spielt mit ihr und zugleich gegen sie. Die Musik nimmt damit eine entscheidende Rolle ein. Sie soll zum Ausdruck der Hauptfragen werden.

Die Choreographie stellte für die Schauspielerin eine große Herausforderung dar. Ging es doch darum den Umgang mit dem Cello grundlegend zu erlernen, um das eigentliche Cellospiel perfekt nachzuahmen. So spielt sie nur physisch. Darin besteht bereits ein Bruch mit der Illusion. Zur eigenen Schulung und Veranschaulichung nahm sie Cellounterricht und sah sich ein Video mit Jean Halsdorf an. So dass sie schließlich ein Spiegelbild, ihr eigenes, vor Augen hatte. „Die perfekte Simulation, das nur so Tun, als ob“ ist damit ein elementares Prinzip des Stücks. Dahinter stand die Idee eine neue Dimension des Theaters zu erschließen. Die Kooperation zwischen Maskénada und Noise Watchers Unlimited machte die Realisierung des Theaterprojekts, das somit zugleich Theater- und Musikkreation darstellt, möglich.

Nichtsdestotrotz wird versucht, die Technik in den Hintergrund zu rücken. Obwohl der Kooperationspartner Noise Watchers Unlimited eigens für diese Inszenierung eine neue Software programmiert hat, die Licht- und Tonregie in einer Art „Cluster-Technik“ miteinander vereint. Auf musikalischer Ebene hat Arthur Stammet eigens für das Stück eine neoklassische Partitur geschrieben – 36 Minuten, beginnend mit einer Ouvertüre. Sein Sohn Christophe hat parallel dazu die Choreographie entworfen.

Wie der Schmetterling aussieht, der sich nach intensiver Arbeit aus dem Kokon schält, kann das Publikum bei der Premiere am 17. April im Rittersaal des Bouglinster Schlosses selbst begutachten.

„La Dame au Violoncelle“, Premiere am 17.  April im Château de Bourglinster.


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