Mit „Dramkulturlandschaft-lëtzebuerg“ beendet das Kollektiv Independent Little Lies (ILL) sein diesjähriges Summer Dreams-Festival und begibt sich gemeinsam mit kuturellen Akteuren auf Identitätssuche …
Kulturlandschaft Luxemburg – Traum oder Albtraum? Blühende Landschaft oder maroder Kulturbetrieb? Bekommen Kunstschaffende im Kulturbetrieb ausreichende finanzielle Förderung? Fehlt es den KünstlerInnen hierzulande schlicht an Wertschätzung durch die Luxemburger? Oder gehört es hierzulande mittlerweile zum guten Ton, an den großen Kultureinrichtungen und ihren Programmen herumzumäkeln?
Sicher ist es kein Zufall, dass das letzte Highlight des Theaterkollektivs „ILL“, eine kritische, doch konstruktiv gedachte Veranstaltung rund um den Luxemburger Kulturbetrieb, ausgerechnet in den Räumlichkeiten des Resistenzmuseums stattfindet. Es mag ein Hauch von Widerstand in der Luft liegen, wenn am kommenden Samstagabend Kulturschaffende und Interessierte dort zusammenkommen, um die Luxemburger Kulturlandschaft einem scharfen Blick zu unterziehen. Dabei ist „Dramkulturlandschaft“ eine öffentliche Veranstaltung, der Eintritt ist frei und jeder, der mitdiskutieren möchte, ist willkommen. Es geht ILL darum, Meinungen auszutauschen, Diskussion ist ausdrücklich erwünscht: „Je mehr Auseinandersetzung stattfindet, desto besser“, meint Projektleiterin Natalie Ortner.
Ausgehend von zwei Zeitungsartikeln von Serge Tonnar und Enrico Lunghi, hat ILL über hundert Kulturschaffende angeschrieben, um sie um einen Beitrag, einer eigenen Meinung zu Luxemburgs Kulturbetrieb zu bitten. Etwa 50 Angeschriebene beantworteten die Anfrage und schickten Beiträge. Eine breite Palette an Ausdrucksformen, von Gedichten, über Manifeste und Abhandlungen, offiziellen Dokumenten und giftigen Absagen bis hin zu Illustrationen, die nun im Resistenzmuseum ausgehängt werden.
Wie viel Unterstützung erfahren Luxemburger Künstler? In welche Richtung entwickelt sich der Kulturbetrieb? Wo werden Missstände gesehen und wo lassen sich positive Entwicklungen ausmachen? Dies sind nur einige der Leitfragen, mit denen sich die Texte bisweilen differenziert, mitunter zynisch oder auch ratlos-resigniert auseinandersetzen.
Ziel des Theaterkollektivs ist es, 15 Jahre nachdem Luxemburg das erste Mal Kulturhauptstadt war, nicht nur eine Diskussion über den hiesigen Kulturbetrieb zu entfachen, „es geht zugleich um eine Art Bestandsaufnahme der luxemburgischen Kulturlandschaft“, meint Ortner. Entsprechend sieht sich ILL als Sprachforum, will zahlreiche Puzzlesteine zusammentragen, um am Ende ein repräsentatives Mosaik zu erhalten – ein sicherlich kontroverses, doch vielschichtiges Spiegelbild der Luxemburger Kulturlandschaft.
Neben Marc Baum, der moderierend durch den Abend führen wird, hat Natalie Ortner die beiden Schauspieler Pit Simon und Marco Lorenzini gewinnen können, die in einer Performance die Beiträge lesen werden. Jitz Jeitz führt musikalisch durch den Abend.
„Dramkulturlandschaftlëtzebuerg“ an diesem Samstag, dem 11. September um 20h im Resistenzmuseum.