Volkszählung mit Pseudo-Datenschutz

von | 11.11.2010

Sind statistische Erhebungen in der Art des für Februar 2011 geplanten „Recensement“ nützlich? Der Statec ist davon überzeugt, dass die vier Millionen, die das Ganze kostet, gut angelegt sind. Die Behörde verweist auf die verbesserte Vorausplanung von Infrastrukturen wie Schulen, Altersheimen und Wohnungen. Was theoretisch stimmt, hat in der Praxis noch nie funktioniert – in allen diesen Bereichen wurde in Luxemburg bisher an den Bedürfnissen vorbei geplant. Sind Volkszählungen ein weiterer Schritt in Richtung Überwachungsstaat? Angesichts der Banalität der erhobenen Daten erscheint diese Kritik kaum gerechtfertigt. Allenfalls kann man es als BürgerIn bizarr finden, dass der Staat Details über die private Energienutzung erfahren will, dass aber der Minister Jeannot Krecké Greenpeace den Zugang zu Informationen zur Energiewirtschaft verweigert. Wie der Statec aber versucht, Menschen die sich trotzdem um den Datenschutz sorgen zu beschwichtigen, ist einfach lächerlich. Zwar werden die Namensangaben von den Fragebögen abgetrennt, um sie zu „anonymisieren“. Doch wer sich auch nur bisschen in der Materie auskennt weiß, dass es ein Leichtes ist, die Fragebögen anhand des Wohnviertels und ein paar Merkmalen wieder zuzuordnen, wenn man das denn wollte.

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