Der diesjährige Antibiotika-Tag am 18. November wies auf den übertriebenen Gebrauch dieser Medikamente in den Krankenhäusern hin. Gewusst ist, dass immer häufiger ernste Gesundheitsprobleme durch die zunehmende Resistenz von Krankheitserregern gegen Antibiotika entstehen. So sollen jährlich rund 400.000 Patienten wegen Multiresistenzen in europäischen Krankenhäusern behandelt werden. Eine hohe Zahl von Antibiotika wird von Ärzten sinnlos verschrieben, vor allem bei Virusinfektionen, gegen die diese Medikamente nicht wirksam sind. Gerade in Krankenhäusern werden Antibiotika allzu häufig und vor Operationen sogar präventiv verschrieben. Dies birgt die Gefahr, dass Bakterien irgendwann resistent werden. Eine Untersuchung des europäischen Zentrums für Krankheitskontrolle betraf 66 europäische Krankenhäuser und ihre Antibiotika-Verwendung bei 20.000 Patienten. Sieben Prozent von diesen waren durch das berüchtigte Krankenhausvirus infiziert, das resistent gegen eine Behandlung mit Antibiotika ist. Festgestellt wurde auch, dass in vielen Altenheimen zu leichtfertig Antibiotika verabreicht werden.
Europäische Chemikalienpolitik: Giftige Prokrastination
2022 verkündete die EU-Kommission das Ziel „Null Verschmutzung“ und sagte damit giftigen Chemikalien, die Mensch und Umwelt belasten, den Kampf an. Passiert ist seitdem wenig, denn: Die Kommission steht sich selbst im Weg.

