Als sich François Bausch und Lucien Thiel am Mittwoch vor laufender Kamera einen Schlagabtausch lieferten, kam es bisweilen zu einer Art Rollentausch. Der neoliberale Ex-Banker warf dem grünen Verkehrschöffen unzulässiges Outsourcing vor. Tatsächlich lässt sich die Gemeinde Luxemburg ihr neues Fahrradverleihsystem durch Werbeflächen, die dem Betreiber zur Verfügung gestellt werden, zu einem großen Teil gegenfinanzieren. Die Firma Decaux, die dieses System in mehreren Städten betreibt, ist seit blau-schwarzen Zeiten Vertragspartner der Hauptstadt. Mit teilweise fragwürdigen Deals – was in der Vergangenheit auch schon mal die Grünen moniert hatten. Diesmal soll aber alles anders sein: Decaux macht gutes Geld mit den Werbeflächen, dafür erhält die Bevölkerung ein Mobilitätsmodell, das andernorts begeistert aufgenommen wurde und die Nutzer nur wenig kostet. Der Preis dafür ist eine aus verkehrspolitischer Sicht nicht unproblematische Verschandelung der urbanen Landschaft. Die Grünen scheinen bereit, diesen Preis zu zahlen. Denn ohne Werbeflächen würde ein solches System für die Kommune unbezahlbar – es sei denn man lässt die NutzerInnen zahlen. Hohe Steuern und Abgaben – eigentlich ein Graus für den CSV-Mann Thiel.
Arbeiten in Luxemburg
Anlässlich zum Tag der Arbeit am 1. Mai hat der Statec am Dienstag einige aktualisierte Kernzahlen zu Arbeit und Arbeitnehmenden in Luxemburg veröffentlicht. So waren Ende 2025 von den 494.000 beschäftigten Arbeitnehmer*innen knapp die Hälfte (47 Prozent) aus dem Grenzgebiet. Auch zeigte sich, dass das „klassische“ Arbeitsmodell, ein...

