Risikofaktor Geschlecht

von | 03.03.2011

Frauen müssen bislang in Belgien wie auch in Luxemburg bei der Todesfallversicherung tiefer in die Tasche greifen als Männer, das aufgrund ihrer um etwa fünf Jahre höheren statistischen Lebenserwartung. Gegen diese Ungleichbehandlung aufgrund des Geschlechts, machte der belgische Konsumentenverband „Test-Achats“ mobil. Die Organisation kritisiert seit 1995 die Pauschalisierungen der Versicherer, die statt der individuellen Lebensführung ihre Tarife an unabbänderlichen Faktoren wie dem Geschlecht oder dem Alter bemessen. Dies soll nun anders werden: Zumindest Versicherungen nach Geschlecht, das entschied der Europäische Gerichtshof diese Woche, sind eine unzulässige Diskriminierung. Ab dem 21. Dezember 2012 sollen Frauen und Männern bei privaten Versicherungen keine unterschiedlichen Tarife mehr angeboten werden. Während die einen diese Entscheidung als historisches Urteil im Sinne der Gleichstellung sehen – kritisieren die Vertreter der Versicherungsbranche das Urteil. Zu befürchten ist, dass nun die Versicherer künftig zwar gleiche Tarife und Leistungen für Frauen und Männer anbieten – jedoch zu einem höheren Preis. Und dass die Tarife in Zukunft an sonstigen verhaltensbedingten Risikofaktoren bemessen werden, die Auswirkungen auf die Gesundheit und Lebenserwartung haben – wie zum Beispiel das familiäre und soziale Umfeld, das Arbeitsfeld, Freizeitaktivitäten sowie der Konsum von Genussmitteln und Drogen. Ob also dieses Urteil am Anfang einer Entwicklung steht, die Diskriminierungen abbaut oder im Gegenteil mehr Kontrolle und andere Diskriminierungen zur Folge hat, wird die Zukunft zeigen.

Dat kéint Iech och interesséieren

NEWS

La CCDH est dans son rôle quand elle critique un parti

La présidente de la Commission consultative des droits de l’homme (CCDH), Noémie Sadler, était parfaitement dans son rôle lorsqu’elle a déclaré qu’il faut « maintenir le pare-feu contre la droite », après le vote du Parlement européen en faveur du nouveau règlement sur les retours des migrant·es et réfugié·es, le 17 juin dernier. Telle est la...

NEWS

HIV-Medikament: Profitstreben tötet

Zwischen dem 26. und 31. Juli fand im brasilianischen Rio de Janeiro die 26. internationale Aidskonferenz statt. Zu diesem Anlass kritisierte die Gesundheits-NGO „Ärzte ohne Grenzen“ (Médecins sans frontieres, MSF) den Pharmahersteller „Gilead“, weil dieser sein HIV-Medikament Lenacapavir nicht als Generika für Länder mit geringem und...

NEWS

Aktion am Flughafen zum Erdüberlastungstag

Der Erdüberlastungstag („Earth Overshoot Day“) fiel dieses Jahr auf den 30. Juli. Dies ist acht Tage später als noch 2025 – was dennoch kein Grund zur Entwarnung ist. Das spätere Datum ergibt sich nämlich aus genaueren Daten, etwa zur CO2-Aufnahmefähigkeit der Ozeane, nicht aus einer nachhaltigeren Lebensweise. Der Luxemburger Overshoot Day...