ERHOLUNGSRÄUME: Ein Stadtplan fürs Spielen

von | 27.03.2008

Rutschen und Klettern leicht gemacht: Anhand eines neuen Stadtplans sollen Kinder sich im Eldorado der Spielplätze mühelos zurechtfinden können.

Gerade in einer Stadt, in der die Lebensqualität immer kleiner wird, kommt öffentlichen Erholungsräumen eine immer wichtigere Bedeutung zu. Spielplätze gibt es mittlerweile 172 in Luxemburg-Stadt, und jedes Jahr sind laut Schöffin Viviane Loschetter rund eine Million Euro im Budget der Stadt für Spielplätze und Schulhöfe vorgesehen. Und damit Eltern und Erzieher einen Überblick haben über die Spielplätze, die außerhalb ihres Bezirkes existieren, hat die Stadt nun einen Plan „aire de jeux“ herausgebracht, auf dem alle Spielstätten verortet sind.

Vorausgegangen war dem Stadtplan eine Bestandsaufnahme sämtlicher Spielplätze und Schulhöfe, die nach Qualitätskriterien eingestuft wurden. Ziel war es, ein einheitliches Konzept der Spielstrukturen zu erstellen. Dabei sollen in jedem Bezirk drei Gruppen von „Klienten“ berücksichtigt werden – nämlich Kleinkinder, Schulkinder und Jugendliche. Die Konzeption und der Unterhalt der Spielplätze unterstehen dem „service des parcs“ der Gemeinde, die auch die Sicherheit der Kinder garantieren soll. So muss jeder Platz viermal pro Jahr kontrolliert werden. Im Moment existieren in der Stadt rund 840 Spielgeräte, 96 Sandkisten und rund 75 Zäune mit einer Länge von 4.000 Metern, die zu warten sind. „Wir müssen eine Lebensakte von jedem Spielplatz führen, was zwar aufwendig, aber sinnvoll ist, um Unfälle zu vermeiden“, meint Al Lenners vom „service des parcs“. Dazu hat die Stadt Luxemburg auch eine Hotline-Nummer (Tel.: 661 830 830) eingerichtet, damit Sachbeschädigungen oder Probleme gemeldet werden können.

Was das Design der Spiele anbelangt, errichte man auf den Schulhöfen größtenteils Kletter- oder Schaukelspiele aus Metall, die belastbarer sind, in den Parkanlagen greife man eher auf Spiele aus Holz zurück, die sich optisch besser in die Landschaft integrieren. „Eine gewisse Standardisierung erleichtert den Unterhalt des Ganzen. Man braucht weniger spezifische Ersatzteile“, so Lenners. Allerdings ergebe sich dadurch eine gewisse Monotonie der Spielstätten.

Zukünftig sollen vier neue Schwerpunkte gebildet werden. Die Jugendlichen sollen eine neue Skaterpiste bekommen, und zwar im Petrustal unter der Passerelle. Die bereits begonnenen interaktiven Projekte mit Kindern – die ihren Schulhof selbst gestalten – sollen ausgeweitet werden. „Wir haben das ganze Konzept ?toute génération‘ genannt. Es existieren auch öffentliche Plätze, Treffpunkte und Angebote wie etwa die Boulepisten, die für jene Leute gedacht sind, die viel Zeit haben oder schon in Rente sind“, sagt Viviane Loschetter. Diese Projekte sollen zusammen mit Betroffenen erweitert werden. Darüber hinaus habe die Gemeinde Kontakt mit Info-Handicap und Verantwortlichen der „éducation differenciée“ aufgenommen, um spezifischer auf die Anforderungen von Kindern mit Behinderungen einzugehen. „Wir wollen keine Behindertenspielplätze schaffen, das ist auch kontraproduktiv für die Betroffenen selbst, die ja integriert werden sollen“, meint Lenners. Jedoch gehe es darum, Spiele zu finden, die sowohl von den einen als auch von den anderen benutzt werden können.

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