Wie wunderbar es sein könnte, auf zwei Rädern durch die Stadt Luxemburg zu gondeln, das demonstrierten am Freitag vor zwei Wochen – sogar im strömenden Regen – Bürgermeister Paul Helminger und Mobilitätsschöffe François Bausch bei der Einweihung von „Vel’oh“. Wie der Radfahrer-Alltag in Wirklichkeit aussieht, das konnten PassantInnen am Dienstag am Pont Adolphe beobachten. Dort war eine Frau auf einem der neuen blauen Decaux-Fahrräder unterwegs in die Oberstadt. Sie benutzte dabei die Busspur, was, mit einigen Ausnahmen wie in der Route d’Esch, verboten ist. Auf dem Pont Adolphe gilt das Verbot aus gutem Grund: Die Fahrbahn der viel befahrenen Spur ist so eng, dass Überholmanöver für die Busse schwierig sind, RadfahrerInnen den Verkehrsfluss also substanziell behindern. Verständlich also, wenn der Busfahrer – oder die – Busfahrerin – wütend war auf das Rad, das ihn behinderte. Doch wie er dann reagierte, ist völlig inakzeptabel: Er fuhr dicht an der Frau vorbei und hupte. Hätte der Bus wegen des Gegenverkehrs nach rechts ausweichen müssen oder wäre die erschrockene Radfahrerin in dem engen Raum zwischen Bus und Bordstein ins Schleudern geraten, so hätte ein schwerer Unfall die Folge sein können. Bei solchen Verhaltensweisen seitens der BusfahrerInnen in städtischen Diensten sind alle Pro-Vélo-Kampagnen der Stadt Luxemburg herausgeworfenes Geld.
EU-Petition für besseres Lebensmittelsystem
Noch bis Anfang des nächsten Jahres läuft eine europäische Bürger*inneninitiative, die „gutes Essen für alle“ fordert. Laut den Initiator*innen hat ein Fünftel der Bevölkerung der Europäischen Union keinen Zugang zu angemessenen Lebensmitteln. Die aktuellen industriellen Lebensmittelsysteme verschärften nicht nur die Ernährungsunsicherheit,...

