Abwarten und beten

von | 22.03.2012

Die Missbrauchsopfer der katholischen Kirche haben es wirklich nicht leicht. Nicht nur, dass der Generalstaatsanwalt den Mitgliedern des Justizausschusses Ende Januar mitteile, die gemeldeten Missbrauchsfälle seien allesamt verjährt – es wurde auch nichts an dem Verfahren verändert. Ein weiteres Mal prangert die „Allianz vun Humanisten, Atheisten an Agnostiker Lëtzebuerg“ (AHA) nun den unverantwortlichen Umgang mit dem katholischen Kindermissbrauchsskandal an: „Während in anderen Ländern auf höchster Ebene Untersuchungskommissionen eingesetzt werden, überlässt man in Luxemburg die Aufklärung des Skandals und seine Opfer derselben Organisation, welche die Peiniger jahrzehntelang gedeckt und deren Verbrechen vertuscht hat.“ Diese Form der Justiz könne nicht im Interesse der Opfer sein, sondern diene einzig dem guten Ruf der katholischen Kirche. Dieser Ruf geriet jetzt erneut in Misskredit. So soll laut einem Presseartikel ein Pfarrer, der des Kindsmissbrauchs beschuldigt wurde, vom scheidenden Erzbischof Franck suspendiert worden sein – jedoch von seinem Nachfolger, Erzbischof Hollerich, wieder integriert worden sein. Auch wenn diese Rehabilitation nur partiell war, wie der Kirchensprecher Théo Péporté in einer Stellungnahme mit Berufung auf die Unschuldsvermutung des belasteten Pfarrers mitteilt, beurteilt die AHA dieses Vorgehen als „blanke Verhöhnung des Opfers“. Erzbischof Franck habe eine Suspendierung doch sicherlich nicht ohne Grund vorgenommen. Die katholische Kirche könne nicht zur Aufklärung des Skandals beitragen, schlussfolgert die AHA, die erneut eine transparente und neutral durchgeführte Untersuchung im Missbrauchsskandal verlangt.

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