Marc Webb: Krieg der Krabbeltiere

Obwohl „The Amazing Spider-Man“ eine alternative Geschichte des Spinnenmannes erzählt, frischt der Film die Legende des Superheldens nicht sonderlich auf: Es fehlen die Ecken und Kanten der vorigen Filme.

Als der junge Peter Parker das Büro seines Vaters (Campbell Scott) zerwühlt und mit zerschlagener Fensterscheibe auffindet, geht alles sehr schnell. Die Eltern packen das Nötigste, fahren den kleinen Jungen zu seinem Onkel Ben (Martin Sheen) und Tante May (Sally Field) und verschwinden hastig. Peter Parker (Andrew Garfield) sieht seine Eltern nie wieder, und wächst bei seinem Onkel auf. In der Schule wird er von anderen Schülern schikaniert, nur seine Kamera und Gwen (Emma Stone), eine Mitschülerin, bieten ihm Trost. Als Teenager findet er eine Aktentasche, die sein Vater Richard, ein renommierter Wissenschaftler, nach dem Einbruch rettete. In ihr befindet sich ein geheimes Dokument, das wichtige Erkenntnisse in Richards letztem großen Forschungsprojekt enthält. Vor Jahren forschte er mit Dr. Curt Connors (Rhys Ifans) in der Firma Oscorp. Dieser arbeitet weiterhin an einem geheimen Projekt im Bereich der artübergreifenden Genetik. Parkers Neugier bringt ihn mit Hilfe einer Praktikantengruppe in den Hauptsitz von Oscorp, wo er Connors in seinem Labor antrifft und mehr über dessen Forschen erfährt. Als der Junge sich von der Gruppe absondert und im Labor nach Indizien seines Vaters sucht, macht er Bekanntschaft mit einer hungrigen, genmanipulierten Spinne, die ihn in den Nacken beißt. Auf dem Heimweg fällt Peter plötzlich auf, dass er genau wie eine Spinne Wände hochklettern kann.

Verzweifelt sucht er Connors auf, der ihm von seinem Forschungsprojekt erzählt. Connors hofft, den Menschen anhand von Eidechsen-DNA zu ermöglichen, abgetrennte Gliedmaßen zu regenerieren. Er verrät ihm ebenfalls, dass ihm für seinen Echsen-Arzneistoff nur noch eine Gleichung fehlt. Peter, der diese Gleichung in den geheimen Papieren seines Vaters sah, schreibt ihm die Formel auf. Während er sich mit Connors anfreundet und Zeit mit Gwen verbringt, vernachlässigt er die Aufgaben, die ihm sein Onkel auflegt und es kommt zum Streit. Als Peter dickköpfig aus dem Haus rennt, folgt ihm sein Onkel um ihn zu suchen. Später wird dieser von einen fliehenden Räuber erschossen. Von nun an will der junge Spinnenmann alle Gauner und Ganoven der Stadt außer Gefecht setzen. Gelegenheit dazu wird er sehr bald haben, denn während er sich fleißig durch ein hartes Trainingsprogramm schwingt, werkelt Connors weiter an seinem Echsenserum, das er an sich selbst ausprobiert. Dabei kommt sein neues Reptilienhirn auf sehr widersprüchliche Ideen

Die Marvel Familie sorgt Jahr für Jahr für Blockbuster und Spider-Man ist ihr ertragreichster Superheld. „The Amazing Spider-Man“ ist ein unterhaltsamer aber kein mitreißender Film. Dies liegt wohl daran, dass die unbequemeren Seiten der Spinnenlegende glattpoliert wurden. Parker ist, anders als in den vorigen Filmen mit Tobey Maguire, kein Nerd und wirkt auch vor seiner Spinnentransformation selbstbewusster als sein Vorgänger. Dass der Skater und Frauenschwarm in der Schule schikaniert wird, scheint ebenfalls unglaubwürdig. Auch der Charakter von Bösewicht Connors ist flach und deswegen langweilig, und man wünscht sich Willem Dafoe als üblen grünen Kobold zurück. Alle Schüler werden von 30-Jährigen gespielt und Gwen arbeitet als Schülerin nebenbei einfach mal bei Oscorp, wo sie mit dem Titel „Doktor“ angesprochen wird. Dies verhilft alles nicht unbedingt zu Glaubwürdigkeit wenn es um Parkers „normales“ Leben geht, doch viele Kinogänger werden sich von diesen Details nicht ablenken lassen. The Amazing Spider-Man ist deswegen trotzdem ein recht unterhaltsamer Film

Im Utopolis, CinéBelval, Orion, Scala, Starlight, Sura


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