Unerwünschte „Asylanten“

Ende letzter Woche erhielten die Einwohner von Junglinster, einige Presseorgane, die Familienministerin und die Ombudsfrau Post von einer in Entstehung befindlichen Bürgerinitiative, die sich gegen die Einrichtung eines Asylanten-Containers in ihrem Wohnort einsetzen will. Die Schreiber des offenen Briefes stellen unter anderem fest: „Es ist einschlägig bekannt und durch polizeiliche Statistiken belegt, dass die Ansiedlung von Asylanten zu einer Konzentration sozialer Probleme in der betroffenen Nachbarschaft führt (Anstieg von Gewaltverbrechen, Drogenkriminalität einschließlich entsprechender Beschaffungsdelikte, Verschmutzung von Parkanlagen etc.).“ Junglinster droht demnach an verdreckten Parkbänken und Gewaltverbrechen zugrunde zu gehen. Die Polizei dementierte jedoch die Existenz entsprechender Statistiken. AsylbewerberInnen seien hinsichtlich krimineller Aktivitäten nicht besonders auffällig und würden sich sogar, um ihre Verfahren nicht zu erschweren, eher bewusst korrekt verhalten. Auch Amnesty International reagierte durch ihren Vizepräsidenten Frank Wies. Ihn stört vor allem, dass die Initiatoren des Widerspruchs als Eltern auftreten, denen es darum gehe, ihre Kinder zu schützen, obwohl sie tatsächlich vor allem ihre eigenen Vorurteile als Erwachsene zum Ausdruck brächten. Er verweist auf das Beispiel Petingen, wo vor einiger Zeit ein solches Heim eingerichtet wurde und wo ähnliche Bedenken bestanden. Die Bilanz zeige, dass diese unbegründet waren.


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