Jugendschutz: Adäquate Strukturen fehlen

von | 05.10.2012

„Die
Zimmer in Dreiborn werden meist von mehreren Bewohnern belegt. Auf der
letzten Etage sind die jungen Insassen gar zu dritt in Zimmern
untergebracht, die eigentlich schon zu klein für zwei Personen sind.
Zudem enthalten die Zimmer keine Toiletten und vor allem werden sie
Nachts zugesperrt“, monierte die Mediatorin Lydie Err diese Woche bei
der Vorstellung ihres Jahresberichtes. Die Zustände in den
Jugendanstalten in Dreiborn (48 Betten) und Schrassig (35 Betten),
standen dieses Jahr im Mittelpunkt der Kritik. Ein anderer wichtiger
Aspekt auf den Err neben den Infrastrukturen einging, war der
Personalmangel. Aber auch Grundsätzliches wurde angesprochen. So hatte
Justizminister François Biltgen schon letztes Jahr versprochen, dass
keine Minderjährigen mehr ins Gefängnis kommen sollen. Und trotzdem
macht gerade der Entwurf für eine Reform des Jugendschutzes des früheren
Justizministers Luc Frieden die Unterbringung von Minderjährigen im
Erwachsenengefängnis weiterhin möglich. Es fehlt also noch immer an
einer zeitgemäßen Reform des Jugendschutzes, mit angemesseneren und
vielfältigeren Strukturen und Therapieformen, von einem
Jugenddrogenprogramm bis hin zu einem Konflikttraining. Zu wünschen
wäre, dass durch Errs Bericht endlich ein neuer Wind in Dreiborn und
Schrassig weht.

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