JAZZ: Frauenpower

Ausschließlich Frauen stehen an diesem Wochenende im Düdelinger Kulturzentrum Opderschmelz auf der Bühne. Gerade im Jazz und der modernen Gegenwartsmusik sind sie dünn gesät.

oreline de Cat interpretiert Philip Glass.

Junge Interpreten, die schon auf moderne Gegenwartsmusik und Jazz spezialisiert sind, sind eher die Ausnahme. Und unter diesen stellen Frauen noch eine weitere Besonderheit dar. „We Love Girls!“ nennt sich darum programmatisch die Veranstaltung im Kulturzentrum Opderschmelz in Düdelingen an diesem 9. März, einen Tag nach dem internationalen Frauentag. Auch wenn sich die Situation von Musikerinnen in den letzten zehn bis zwanzig Jahren deutlich geändert hat, sind „starke“ Frauen außerhalb des Mainstream immer noch selten. Frauenpower wird an diesem Samstag von begabten Musikerinnen unter Beweis gestellt, aber auch das Programm und die Wahl der Instrumente versprechen interessant zu werden.

So wagt sich Loreline de Cat, eine junge Belgierin, an keinen Geringeren als den US-amerikanischen Musiker und Komponisten Philip Glass heran. Er gilt zusammen mit Steve Reich als Vertreter der Minimal Music, einer experimentellen und konzeptuellen Musikrichtung, die sich in den 1960ern entwickelte. Und es war vor allem die Begegnung mit Ravi Shankar und der indischen Musik, die Glass zu seinem hypnotisch-repetitiven Stil führte, zu einer Musik, die meist auf einfachen Akkorden beruht. Loreline de Cat, die auch eine Ausbildung zur Musiktherapeutin durchlaufen hat, wird den Glass Klassiker „Five Metamorphosis“, entstanden 1988, am Klavier interpretieren. Das Stück steht für die Suche des Künstlers nach einer universellen Musik.

Aber auch ungewöhnliche Instrumentenkombinationen, wie Akkordeon (Servane Le Moller) und Flöte (Agnese Nikolovska), werden an diesem Abend zu entdecken sein. Die Akkordeonistin Servane le Moller hat einen Master an der Royal Academy of Music erworben und ist schon des öfteren mit der „Luxembourg Sinfonietta“ aufgetreten, bekannt wurde sie jedoch vor allem mit ihrem Duo Kadañs, dessen andere Vertreterin die Klarinettistin Rozenn Le Trionnaire ist. Zusammen mit ihrer lettischen Kollegin Agnese Nikolovska, die an der Latvian Academy of Music sowie am Musikkonservatorium der Stadt Luxembourg studiert hat, werden die beiden unter anderem Stücke von Ernest Bloch, Peter Tschaïkowski und Astor Piazzolla interpretieren.

Last but not least werden Anaïs Lorentz am Saxophon und Kae Shiraki am Klavier, den Abend beenden. Bei den beiden handelt es sich um eine luxemburgisch-japanische Verbindung, die sich auf originelle Weise ergänzt – gerade bei der Interpretation rezenter Werke. So nimmt das Duo etwa das Tallahatchie Concerto des niederländischen Komponisten Jacob ter Velduis sowie einen Blues des Luxemburger Jazz-Vibraphonisten Pascal Schumacher in Angriff.

„We Love Girls!“ verspricht somit einen vielseitigen und musikalisch anspruchsvollen Abend. Nicht nur als Praktizierende von Jazz und moderner Musik, von Pop und Rock, sondern auch als Chefinnen von Musiklabels, als Dirigentinnen oder Soundtechnikerinnen, sind Frauen eher selten anzutreffen. Nach wie vor verdienen Frauen in der Musikbranche oft weniger als ihre männlichen Kollegen, Schwierigkeiten bereitet es ihnen auch, Privat- und Berufsleben zu vereinbaren.

An diesem Samstag, dem 9. März um 19.30 Uhr im Düdelinger Kulturzentrum Opderschmelz.


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