(dw) – Bei den „Green Primaries“ blieb die Zahl der TeilnehmerInnen deutlich unter den Erwartungen. Nur rund 23.000 Online-WählerInnen hatten sich unter dem Motto „you decide europe“ europaweit durch das Wahlverfahren geklickt, um auf diesem Weg ihre beiden SpitzenkandidatInnen der europäischen Grünen für die kommenden Europawahlen zu bestimmen. Die 32-jährige Deutsche Franziska Keller, die als Ska Keller auf der Liste stand und über eine große internetaffine Fangemeinde verfügt, machte das Rennen. Sie kam auf rund 11.800 Stimmen, knapp dahinter lag der 60-jährige französische Bauer José Bové. Dass die Vorsitzende der Europäischen Grünen Rebecca Harms weit abgeschlagen nur auf Platz drei landete, war eine Überraschung, die Bové, bei der Vorstellung der Wahlresultate, veranlasste, die grüne Grenze des demokratischen Experiments aufzuzeichnen. Er bekannte sich trotz Kellers Sieg offen zu der weitaus erfahreneren deutschen Kollegin. „Ich werde Rebecca unterstützen, damit sie Spitzenkandidatin der Grünen in Deutschland und wieder Fraktionschefin im Europaparlament wird“, verkündete er in Brüssel. Neben ihm auf dem Podium saß Ska Keller, die nicht nur die meisten Stimmen in den Primaries bekam, sondern auch einen Anspruch auf Platz eins der deutschen Liste nicht ausschloss. Die deutschen grünen Battles sind Ende nächster Woche in Dresden, dort wählen die Delegierten ihre Kandidaten für die Europawahlen.
Neue Gentechnik-Regeln in der EU
Am vergangenen Mittwoch stimmte das EU-Parlament für eine Schwächung der Regeln zur Gentechnik. Sogenannte „neue genomische Techniken“ (NGT) – allen voran die „Genschere“ Crispr-Cas – fallen demnach nicht mehr unter die strengen Kennzeichnungspflichten, die für „traditionelle“ Gentechnik bestehen. Das Argument, das Industrie, Kommission und am...

