Gedruckte Presse muss bluten

(rg) – Wer sich den „Zukunfstpak“ von Gramegnas „UBS“(sic!)-Stick oder von budget.public.lu herunterlädt, tut gut daran, die nicht sehr einfach zu konsultierende Liste der 258 Sparmaßnahmen in ein frei formatierbares Tabellenformat umzukopieren … und nach seinen Lieblingsthemen zu suchen. So erfährt die geschriebene Presse zum Beispiel, dass ab 2015 das Nachhaltigkeitsministerium (und andere) keine gedruckten Ausschreibungen mehr publizieren will. Nun lässt sich darüber streiten, ob es sinnvoll ist, öffentliche Mitteilungen weiterhin in der geschriebenen Presse zu publizieren. Doch dürfte die „Sparmaßnahme“ vor allem eines zur Folge haben: Die Printmedien, die seit Jahren unter finanziellem Druck stehen, müssen schlagartig auf einen Teil ihres Einkommens verzichten. Diese „indirekte Pressehilfe“ (dixit Jacques Santer) gehört zum Geschäftsmodell einer sehr arbeits(platz)intensiven Branche. Die CSV-Medienminister hatten sich in der Vergangenheit davon überzeugen lassen, dass ein Avis-Verzicht eine Reform der direkten Pressehilfe voraussetzt. Blau-Rot-Grün spricht zwar auch von einer Reform, allerdings in dem Sinne, dass der bestehende Pressehilfe-Topf zusätzlich den elektronischen Medien zugänglich gemacht werden soll. Also auch hier in der Summe weniger Geld für das Gedruckte. Eigentlich sollte es so sein, dass die Zeitungshäuser dabei unterstützt werden, wenn sie ergänzend zu ihrem Kerngeschäft ihre Internetpräsenz ausbauen. Bezahlmodelle sind nämlich (nicht nur) im kleinen Luxemburg nicht überlebensfähig.


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