Doch kein Examensboykott?

(da) – „Die Attacken der Regierung auf eine bestimmte Berufsgruppe sind an Niederträchtigkeit kaum zu überbieten.“ Klare Worte von Apess-Präsident Daniel Reding gab es am Dienstag. Ohne jegliche Rücksprache mit den Gewerkschaften und ohne Vorwarnung habe die Regierung angekündigt, im Sekundarschulbereich nur noch die tatsächlich geleisteten Stunden bezahlen zu wollen (woxx 1294). Dadurch würden die Lehrer abgestraft werden, die sich durch ihr Engagement auszeichnen würden – die Lehrer von Abschlussklassen, so Reding. „Man glaubt es kaum – diese Regierung ist noch schlimmer als die der CSV“ polterte er. Als Reaktion auf die angekündigte Maßnahme hatten mehrere Lehrerkomitees entschieden, zu einem Boykott der Abschlussexamen 2015 aufzurufen. Der Premierminister hatte ihnen daraufhin vorgeworfen, die Schüler in „Geiselhaft“ nehmen zu wollen. „Wer ist hier eigentlich der Geiselnehmer?“ fragte Daniel Reding und unterstrich, dass die Regierung durch solch „perfide“ Aussagen versuche, die gewerkschaftlichen Freiheiten zu untergraben. „Wir werden diese Attacke auf die Abschlussexamen nicht hinnehmen!“ rief er aus – mit Erfolg. Nach einem Treffen mit Claude Meisch am Tag darauf hieß es, die Idee eines Examensboykotts sei bis auf Weiteres vom Tisch. Gänzlich zufrieden sei man aber nicht mit den Kompromissvorschlägen des Ministers.


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