Feminismus: Peking-5 statt Peking+20?

von | 19.03.2015

(lm) – Im UN-Hauptquartier in New York wird gegenwärtig über die weitere Umsetzung der vor 20 Jahren in Peking beschlossenen Aktionsplattform für Gleichberechtigung diskutiert. Zur selben Zeit aber sitzen in China fünf Feministinnen im Gefängnis, weil sie geplant hatten, am Frauentag gegen sexuelle Belästigung zu demonstrieren. Die fünf hatten sich in den vergangenen Jahren zum Teil mit spektakulären Aktionen für Frauenrechte eingesetzt. Li Tingting zum Beispiel hatte sich ein blutbeflecktes Hochzeitskleid angezogen, um gegen häusliche Gewalt zu demonstrieren. Eine Aktion, die wohl dazu beigetragen hat, dass die Regierung an einer Verbesserung des Schutzes von verheirateten Frauen arbeitet. Doch indem sie gegen die Aktivistinnen vorgeht, riskiert die chinesische Staatsmacht, die sich gerne als der Emanzipation verpflichtet darstellt, einen erheblichen Imageschaden. Amnesty International hat die sofortige Freilassung der fünf Frauen gefordert: Die Führung solle mit den Aktivistinnen zusammenarbeiten, statt sie zu verfolgen. Amnesty sieht die Verhaftungen als Teil einer verschärften Kampagne gegen unabhängige NGOs in China. Auf der Facebookseite „Free Chinese Feminists“ kann man mehr zum Hintergrund erfahren und die aktuellen Entwicklungen verfolgen.

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