Rettungsring für Bienen und Landwirt*innen

von | 21.02.2020

Eine Europäische Bürgerinitiative sammelt Unterschriften zur Rettung der Landwirtschaft und der Artenvielfalt. Eins der Kernziele ist der Aussteig aus synthetischen Pestiziden.

Foto: Save the bees and farmers

Die Europäische Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten“ will „zum Katalysator für eine Transformation der Landwirtschaft werden: Für eine Landwirtschaft, die auf agrarökologischen Grundlagen basiert und daher die Artenvielfalt fördert.“ Die drei Kernforderungen an die EU: der Ausstieg aus synthetischen Pestiziden bis 2035; die Wiederbelebung der Biotopflächen und der landwirtschaftlichen Flächen zur Förderung der Artenvielfalt und die Unterstützung der Landwirt*innen beim Übergang zur Agrarökologie.

„Uns ist bewusst, dass 15 Jahre für die Landwirtschaft eine sehr kurze Zeitspanne sind, um sich aus der Abhängigkeit von Pestiziden zu befreien“, heißt es auf der Website der Initiative. „Dies wird alle Beteiligten, allen voran die Landwirt*innen, vor nie dagewesene Herausforderungen stellen. Doch die Chance für einen gemächlichen Wandel wurde bereits verspielt.“ Die Landwirtschaft in Europa befinde sich in einer Sackgasse und eine Agrarpolitik, die auf „Ertragssteigerung durch giftige Agrochemikalien“ ausgerichtet sei, habe „das Ökosystem an den Rand des Kollaps geführt“. Nicht nur schwinde die Artenvielfalt – deswegen der Aufruf zur Rettung der Bienen und anderer Insekten – , sondern auch die Existenz der Bäuerinnen und Bauern sei durch die Art und Weise, wie Landwirtschaft aktuell betrieben wird, gefährdet. Nach Angaben der Initiative, die europaweit Unterstützung durch NGO‘s und andere Organisationen erfährt, habe in den letzten zehn Jahren durchschnittlich alle drei Minuten ein landwirtschaftlicher Betrieb in Europa aufgegeben. „Nach dem Motto ‚Wachsen oder Weichen‘ konzentriert sich immer mehr Fläche auf immer weniger Betriebe, die immer höhere Erträge erwirtschaften müssen“, erklärt die Initiative. „Kleine familiengeführte Höfe halten dem Druck nicht Stand und verschwinden von der europäischen Landkarte.“

Die Forderungen wurden von sieben EU-Bürger*innen vorgelegt, die in unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen aktiv sind. Unter ihnen befinden sich unter anderem Umweltaktivist*innen, Forscher*innen, Imker*innen und eine Bäuerin. Einzige Partnerorganisation aus Luxemburg: der Mouvement écologique. Bis dato wurden 188.933 Unterschriften (Stand: 20.02.2020) gesammelt. Es bedarf mindestens einer Million Unterschriften bis zum 30. September 2020, damit das Europäische Parlament und die EU-Kommission dazu verpflichtet sind, sich mit den Forderungen auseinandersetzen.

Weiterführende Informationen zur Bürgerinitiative sowie Teilnahmemöglichkeiten gibt es hier.

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