Diesel-Dämmerung

von | 22.09.2016

Fast auf den Tag genau ein Jahr nachdem der VW-Skandal aufgeflogen war, zog Claude Turmes Bilanz: Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag hielt der Europaabgeordnete fest, dass VW kein Einzelfall ist und „viele Hersteller systematisch bei den Labortests betrügen“. In Europa seien 29 Millionen „dreckige Euro-5/6-Dieselfahrzeuge“ unterwegs und allein in Luxemburg 135.000. Schätzungen zufolge sterben hierzulande jährlich 60 Personen frühzeitig wegen der hohen Stickoxid-Belastung – das ist mehr als die Zahl der Verkehrstoten. Turmes warf der Autoindustrie vor, beim Umgang mit dem Skandal zu tricksen: Falsche Rückruf-Aktionen, Augenwischerei statt Entschädigung der Vebraucher. In den USA dagegen hätten die Konzerne durchaus die Folgen ihres Handelns tragen müssen. Der grüne Politiker plädiert für ein neues, strengeres EU-Zulassungssystem. Außerdem solle die Politik „klare Signale an die Industrie und die Verbraucher senden, dass das Zeitalter des Diesels endgültig vorbei ist“. Damit die Räder weiter rollen, empfiehlt Turmes, in die Elektromobilität zu investieren und „moderne Mobilitätskonzepte, welche Carsharing, einen modernen öffentlichen Transport und sanfte Mobilität vernetzen“ zu fördern.

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