Indie-Pop?: Destroyer

von | 09.05.2003

This Night

(ik) – „The day your beauty became a sign of something more than a beautiful sign.“ Nein, einfach zu erschließen ist die absurde Poesie des Ex-New Pornographer Daniel Bejar auf dem neuen Konzept-Album „This Night“ wirklich nicht. Und die Musik, ist es Indie-Pop, 70ies-Glamour Rock à la Bowie oder Rock ’n‘ Roll mit Falsett und Folk-Akustikgitarre?

Wer eingängige Melodien sucht, liegt beim mittlerweile fünften Album der kanadischen Band Destroyer um den Kanadier Bejar sicherlich falsch. Dass hinter melancholischem, bisweilen spacig anmutendem Chaos dennoch klare Ideen und perfekt abgestimmtes Songwriting stehen, fällt erst nach mehrmaligem Hören auf. Aber dann wirkt der Zauber, die einprägsame Stimme Bejars schmeichelt sich ins Ohr und lässt eineN nicht mehr los. „Trembling Peacock“ mit schrägen, gegen den Strich gebürsteten Gitarren und Keyboards oder das Akustikgitarren-Stück „Goddess Of Drought“ mit einem Hauch 60ies sind besondere Pop-Perlen.

Destroyer „This Night“, Merge Records

Dat kéint Iech och interesséieren

KULTURTIPP

Kulturtipp: Warpunk-Propaganda aus Teheran

„Sind wir nur bedeutungslose Zahlen in dieser korrupten Welt?“, fragte das iranische „Ardawahisht Collective“ am 20. Januar auf seinem Facebook-Auftritt angesichts der fortdauernden Massaker des islamischen Regimes im Iran an der dortigen Zivilbevölkerung. Eines der Mitglieder des Kollektivs von Metalmusiker*innen hatte gerade zwei neue Tracks präsentiert: „No Title – They Killed More than 12.000 in 4 Days“ und „Warpunk Rebellion MMXXVI“, so die beiden Stücke, in denen das Grauen dieser Tage verarbeitet worden ist.

KULTURTIPP

Buchtipp: Die Rettung

Um eine Vorstellung von den Auswirkungen der Klimakrise zu bekommen, brauchen wir Geschichten über die Klimakrise. „Die Rettung“ von Charlotte McConaghy hätte eine solche Geschichte sein können. Sie ist an einem sehr interessanten Ort angesiedelt: Auf einer kleinen (fiktiven) Insel zwischen der Antarktis und Australien lebt ein Vater allein...

KULTURTIPP

Albumtipp: Masquerade

Wie ein sich zuziehender Himmel verdunkelt sich das Debütalbum „Masquerade“ des irischen Quintetts „Cardinals“ graduell. Sind die Anfangsklänge noch schmissig-ausladend, kippt die Stimmung spätestens bei „Over at Last“, der als der fünfte der zehn Songs die Achse des Album bildet. Die Musik nimmt an Fahrt auf, die Gitarren drängen nach vorn...