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Ausgabe für Ausgabe diskutieren beim „Literarischen Quartett“ drei Kritiker*innen herrlich kontrovers mit Gastgeberin Thea Dorn über Literatur. Ihre Streitgespräche stimulieren den Geist, machen neugierig und schaffen, meistens zumindest, Leselust. Der Fokus liegt auf Roman-Neuerscheinungen, doch auch Klassiker finden immer wieder ihren Weg in die Fernsehsendung, die 1988 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde und seit 2020 auch als Podcast gehört werden kann. Leider führt die implizite, eng gefasste Schwerpunktsetzung dazu, dass weder die formale Vielfalt des aktuellen Literaturmarktes noch das breite Spektrum der zeitgenössischen Autor*innen auch nur annähernd abgebildet werden. Schade, denn das zur Institution gewordene „Literarische Quartett“ hätte in einer Medienlandschaft, in der bedrohte Kulturformate um die Aufmerksamkeit des Publikums buhlen müssen, die Möglichkeit, ein Schlaglicht auf besondere literarische Juwelen zu werfen, die oft weniger wahrgenommen werden, eben weil sie nicht in vorgefertigte Schubladen passen.

