Im luxemburgischen Saeul wird seit den 1980er-Jahren jährlich eine Strohpuppe in Gestalt einer „Hexe“ verbrannt. Das sogenannte „Hexbrennen“ geht Medienberichten zufolge auf einen Streit junger Männer mit einer Wirtin zurück, die sie als „Hexe“ bezeichneten. Aus dieser Episode entwickelte sich eine lokale Tradition im Umfeld des „Buergbrennens“: Eine Strohpuppe wird öffentlich aufgestellt und unter Beteiligung von Vereinen und Dorfbewohner*innen verbrannt. Zwar handelt es sich um eine symbolische Figur, die für das Ende der Fastnacht stehen soll, doch die Bezeichnung ist historisch stark belastet. In Europa waren Hexenverfolgungen über Jahrhunderte hinweg mit der Diffamierung, Folter und Tötung von Frauen verbunden. Der Begriff diente häufig dazu, unbequeme oder sozial abweichende Frauen zu stigmatisieren. Die bisherige Berichterstattung, etwa durch die „Luxembourg Times“, das „Luxemburger Wort“ oder RTL.lu, ordnet diese Aspekte kaum ein. Der Fokus liegt stattdessen auf Engagement, Ehrenamt und Dorfgemeinschaft. Kaum hinterfragt wird, welches Frauenbild hier mitschwingt oder warum eine frauenfeindliche Beleidigung zur identitätsstiftenden Tradition erhoben wurde.
EU-Kommission: Kohle für den Warlord
Die Europäische Union wird von nun an nicht nur die international anerkannte libysche Übergangsregierung in Tripolis, sondern auch den Warlord Khalifa Haftar unterstützen, dessen Parallelregierung in Bengasi sitzt. Das geht aus einem Brief hervor, den EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Vorabend des EU-Gipfels in Brüssel an die...

