EU-Abschiebungen: Turteln mit den Taliban

von | 30.04.2026

Es gebe nur „Kontakte auf technischer Ebene“. Mit diesen Worten hat EU-Kommissionssprecher Markus Lammert am Montag einen Bericht des Nachrichtenportals „Euractiv“ aus der Vorwoche kommentiert. Demnach wird noch vor dem Sommer eine Delegation der afghanischen Taliban-Regierung in Brüssel erwartet. Bestätigt oder dementiert hat Lammert die Planung des Treffens nicht. Die Initiative dazu geht offenbar auf das belgische Migrationsministerium zurück. Vorgesehen sind laut Euractiv „hochsensible Gespräche“ mit Vertretern der EU und nationaler Behörden, in denen es um die Abschiebungen in das Land gehen soll, in denen Frauen völlig aus dem öffentlichen Leben verbannt worden sind. Mit dem Hinweis auf die „technische Ebene“ will die EU-Kommission jeden Anschein einer diplomatischen Anerkennung des Regimes vermeiden. Auch die deutsche Bundesregierung hatte der Öffentlichkeit mit derlei Argumenten monatelang eine Farce aufgeführt. Ende März machte der deutsche Rundfunksender „ARD“ dann öffentlich, dass ein Taliban-Mitglied sogar Chef der afghanischen Botschaft in Berlin geworden sei. „Deutschland ist damit der erste EU-Staat, in dem die Islamisten faktisch eine Botschaft leiten“, so die „tagesschau“. Nun will man dem deutschen Beispiel offenbar auf EU-Ebene folgen und hat dabei laut Lammert neben der „Rückführung von Straftätern“ auch eine „steigende Zahl nicht straffälliger“, aber „ausreisepflichtiger“ Afghanen im Sinn. In der Nacht zum Dienstag hat Deutschland 25 Personen nach Afghanistan abgeschoben, die laut dem deutschen Innenministerium wegen schwerer Straftaten verurteilt worden sind.

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