CATTENOM-DEMO: Atomausstieg? Ja, bitte!

von | 17.09.2010

Das lothringische Kernkraftwerk Cattenom brachte bereits eine Vielzahl von Atomgegnern auf die Barrikaden. Für kommenden Samstag rufen die grünen Gruppierungen der Großregion zu einer überregionalen Demonstration gegen den Meiler auf.

„Vorsicht vor radioaktiver Strahlung“ – so das Warnzeichen auf den gelben Fässern, die Déi Jonk Gréng vor der Deutschen Botschaft aufstellten.

Pleiten, Pech und Pannen. Vor allem Letzteres ist der Grund, weshalb die vier Reaktoren des französischen Kernkraftwerks Cattenom immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Für Luxemburg wäre dies nicht weiter von besonderer Bedeutung, wenn Cattenom nicht gerade vier Kilometer von der luxemburgischen Grenze entfernt wäre und nur einige Kilometer mehr von der deutschen. Doch leider ist genau das die vorliegende Situation.

„Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass die Bürger in Deutschland, Luxemburg und Frankreich Angst vor dieser Hochrisikotechnologie haben“, erklärt Sabine Nabinger von Bündnis 90/Die Grünen Rheinland-Pfalz. Sie ist die Initiatorin von „Cattenom Non Merci“ beziehungsweise „Cattenom Nein Danke“ und Organisatorin der Demonstration am 18. September. „Wegen der häufigen und schwerwiegenden Störfälle in Cattenom sind die Bürger verunsichert“, ergänzt sie.

Zusammen mit Sandrine Belier, Europaabgeordnete von Europe Ecologique, Eliane Romani von Les Verts de Lorraine und den beiden Pressesprechern von Déi Jonk Gréng, Philippe Schockweiler und Gina Arvai, unterrichtete Sabine Nabinger am Montagmorgen dieser Woche in Thionville die regionalen Medien über die anstehende Demonstration. „Wer Nein zu Cattenom sagt, der sagt auch Nein zum Risiko und dafür Ja zum Atomausstieg“, stellte Sandrine Belier klar, „Denn die französische Regierung hat, was den Atomausstieg betrifft, den Rückwärtsgang eingelegt“. Hinsichtlich einer Alternative zur nuklearen Energie sind sich alle Beteiligten einig: Sonne, Wind und Wasser – Erneuerbare Energien sind die Zukunft!

In Luxemburg gingen Déi Jonk Gréng am Dienstagnachmittag auf die Straße, um zur Demonstration am Samstag aufzurufen. Verstärkung bekamen sie dabei von der Grünen Jugend Rheinland-Pfalz, der Grünen Jugend Saar und Ecolo J aus Belgien. Symbolisch trafen sich die Jugendlichen zunächst vor der Deutschen Botschaft – unser Nachbarland hat soeben eine Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken beschlossen -, bevor es quer durch die Innenstadt zur Chambre des Députés ging. „Atomkraft ist alles, nur nicht umweltfreundlich, sie ist gefährlich, teuer, endlich ? und kennt dabei keine Grenzen“, so die Parole der Flyer, die an Passanten verteilt wurden.

Ob jung oder alt, die grünen Regionalvertreter aus Deutschland, Frankreich, Belgien und Luxemburg machen eines deutlich: Der Wille zum Atomausstieg reicht über die Ländergrenzen hinaus und schafft Zusammenhalt. „Die Demonstration gegen Cattenom wurde zwar unabhängig von den jüngsten Ereignissen in Deutschland geplant, aber ergänzt sich gut: In Berlin findet die größte Demonstration statt und in Perl / Schengen die zweitgrößte ? und zwar am gleichen Tag“, freut sich Sabine Nabinger. Erwartet wird eine große Menge von Demonstranten, doch in erster Linie zählt die Präsenz jedes Einzelnen, der sich für eine sichere Zukunft ohne Kernenergie einsetzt.

Die Demonstration gegen Cattenom findet am Samstag, 18. September, ab 15 Uhr auf der Schengener Brücke bei Perl (D) statt. Mehr Informationen auf www.stop-cattenom.org

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