SOZIALE NETZWERKE: Face it!

von | 15.10.2010

Zunehmend wird das Web 2.0 benutzt, um menschenverachtende Botschaften auf subtile Weise zu verbreiten. Gegen Diskriminierung und Rassismus hat die Asti nun das Projekt „Tolébook“ gestartet.

„Gegen die Francophonisierung Luxemburgs! – Aktion für wieder mehr Deutsch und Luxemburgisch in Luxemburg!“, „Géint d`Islamiséierung vun Europa“ und „Lëtzebuerg erenner dech un deng Wuerzelen!“ heißt es auf einer Facebook-Seite im Internet, die mit der Luxemburger Nationalfahne Stimmung macht. Und das Erschreckende: Rund 800 so genannte Freunde bekennen sich mittlerweile zu dieser Seite – darunter viele Jugendliche.

„Wir sehen hier Handlungsbedarf“, erklärt Serge Kollwelter der „Association des travailleurs immigrés“ (Asti) diese Woche bei der Vorstellung des Projektes „Tolébook – Pour un Facebook Tolérant“. François Manzari, Geschichtslehrer vom Diekircher Lycée ergänzt: „Was uns am meisten alarmiert hat, ist nicht nur, dass viele Schüler sozialen Netzwerken beigetreten sind, die einen rassistischen Inhalt haben, sondern dass sie selbst solche Gruppen gründen“.

In der Tat wird Web 2.0 zunehmend benutzt, um rechtslastige Botschaften auf subtile Weise zu verbreiten: Mittels Nicknames oder Videos von einschlägigen Szene-Bands in Internetforen wird versucht, eine neue Klientel zu gewinnen. Auch mit sozialem Druck arbeiten bestimmte Gruppen und Einzelpersonen: Es wird gemobbt, Personen werden ein- oder ausgeschlossen, mittels Parolen wird in Chatforen Unfrieden gestiftet.

Angesichts dessen will die Asti, in Kooperation mit dem Erziehungs- und Wirtschaftsministerium, dem Service National de la Jeunesse (SNJ) und der „Entente des Gestionnaires des Maisons de Jeunes“, mit dem Projekt „Tolébook“ versuchen, Jugendliche für mehr Toleranz im Netz zu sensibilisieren. Dazu soll ein Wettbewerb in Schulen und Jugendhäusern durchgeführt werden, bei dem Jugendliche ein Filmszenario zum Thema „Pour un Facebook tolérant“ entwerfen können. Das Filmskript des Gewinners soll professionell umgesetzt werden. Ziel der Aktion ist vor allem, der Entwicklung präventiv entgegenzutreten, so Kollwelter.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass sich viele UserInnen nicht darüber im Klaren sind, dass das Surfen Folgen haben kann – in Luxemburg sogar strafrechtliche. Viele Jugendliche wähnen sich fälschlich anonym im Internet. Aber nicht nur können persönliche Daten niemals vollständig und definitiv aus dem Netz entfernt werden, auch die Wege sind nachvollziehbar: „Die Luxemburger Polizei hat das Recht, zu ermitteln, wer welche Nachricht auf Facebook oder in anderen sozialen Netzwerken hinterlassen hat“, macht Eric Krier, Mitglied der pädagogischen Gruppe des SNJ, klar, die zurzeit durch diverse Schulen tourt, um zum Thema Internet zu sensibilisieren. „Seiten mit rassistischem Inhalt können gesperrt werden, wenn UserInnen sie bei der Lisa-Stopline melden“, erklärt Krier. Diese Initiative arbeitet mit Partnerstrukturen in ganz Europa und der Welt zusammen, die jeweils mit der lokalen Polizei in Verbindung stehen.

Parallel – aber unabhängig von der Asti – ist auch im Ausland eine Aktionswoche gestartet worden, bei der sich zwanzig soziale Netzwerke in einer Kampagne gegen Rechts positionieren. Auch hier geht es darum, UserInnen in ihrer Medienkompetenz zu stärken. Sie werden aufgefordert, sich verstärkt einzumischen, Websitebetreiber an ihre Verantwortung zu erinnern und fremdenfeindliche Beiträge, Videos und Profile zu melden. Auch wenn nicht ganz klar ist, wie letztlich diese Meldebuttons funktionieren – so soll letzte Woche „irrtümlicherweise“ Facebook ein Anti-Rechts-Blog gelöscht haben – ist Wachsamkeit in jedem Falle geboten: Denn wer die Freiheit im Internet schätzt, sollte sie auch aktiv verteidigen.

Siehe dazu:
www.lusi.lu,
www.lisa-stopline.lu,
www.soziale-netzwerke-gegen-nazis.de

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