Reporter: Lesen, ohne Papier und unzerfasert

von | 15.03.2018

Wer lieber zappt als liest, ist mit einer gedruckten Gratiszeitung besser bedient als mit dem neuen Online-Pay-Produkt „Reporter“. Vielleser*innen dagegen werden das Anfang der Woche ans Netz gegangene Digital-Blatt lieben – mit Artikellängen von mindestens einer bis zwei woxx-Seiten. Zu unserem Redaktionsschluss waren acht Beiträge online, zwei pro Tag und alle auf Deutsch. Die Themen reichen von den Treibstoffsteuern nach dem Dieselgate bis zu Claude Wiselers Schattenkabinett, dreimal geht es auch um deutsche oder europäische Politik. Insgesamt bietet Reporter bisher die angekündigte hohe Qualität; die politische Ausrichtung ist entschieden fortschrittlich. Auch der Look kann mit einem übersichtlichen Artikel-Layout gefallen. Die Fotos sind technisch sauber, aber eigentlich beliebig. Für ein Online-Medium ist die Präsentation unspektakulär. Die Möglichkeiten der digitalen Medienrevolution werden kaum genutzt: wenig Links, ein paar interaktive Grafiken, keine Pop-Ups, von MP3- und Videodateien ganz zu schweigen. Ob sich Reporter gegenüber ähnlich ausgerichteten Medienangeboten halten kann, wird sich zeigen müssen. Unser erster Eindruck: Für politisch interessierte Menschen, die gerne lesen, sind die 165 Euro für ein Jahresabo gut angelegt. Wenn, ja wenn … das Team es schafft, auch weiterhin genügend hochwertige Artikel zu produzieren.

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