Wie wunderbar es sein könnte, auf zwei Rädern durch die Stadt Luxemburg zu gondeln, das demonstrierten am Freitag vor zwei Wochen – sogar im strömenden Regen – Bürgermeister Paul Helminger und Mobilitätsschöffe François Bausch bei der Einweihung von „Vel’oh“. Wie der Radfahrer-Alltag in Wirklichkeit aussieht, das konnten PassantInnen am Dienstag am Pont Adolphe beobachten. Dort war eine Frau auf einem der neuen blauen Decaux-Fahrräder unterwegs in die Oberstadt. Sie benutzte dabei die Busspur, was, mit einigen Ausnahmen wie in der Route d’Esch, verboten ist. Auf dem Pont Adolphe gilt das Verbot aus gutem Grund: Die Fahrbahn der viel befahrenen Spur ist so eng, dass Überholmanöver für die Busse schwierig sind, RadfahrerInnen den Verkehrsfluss also substanziell behindern. Verständlich also, wenn der Busfahrer – oder die – Busfahrerin – wütend war auf das Rad, das ihn behinderte. Doch wie er dann reagierte, ist völlig inakzeptabel: Er fuhr dicht an der Frau vorbei und hupte. Hätte der Bus wegen des Gegenverkehrs nach rechts ausweichen müssen oder wäre die erschrockene Radfahrerin in dem engen Raum zwischen Bus und Bordstein ins Schleudern geraten, so hätte ein schwerer Unfall die Folge sein können. Bei solchen Verhaltensweisen seitens der BusfahrerInnen in städtischen Diensten sind alle Pro-Vélo-Kampagnen der Stadt Luxemburg herausgeworfenes Geld.
Europäische Chemikalienpolitik: Giftige Prokrastination
2022 verkündete die EU-Kommission das Ziel „Null Verschmutzung“ und sagte damit giftigen Chemikalien, die Mensch und Umwelt belasten, den Kampf an. Passiert ist seitdem wenig, denn: Die Kommission steht sich selbst im Weg.

