Ohrfeige für Contergan-Geschädigte

von | 07.09.2012

„Unschädlich wie Zuckerplätzchen“ – so hatte der deutsche Arzneimittelhersteller Grünenthal sein Medikament Contergan beworben. Von 1957 bis 1961 galt der Wirkstoff Thalidomit als harmlos und wurde vor allem bei Schwangerschaftsübelkeit empfohlen. Tausende hatten das Medikament eingenommen. Mit verheerenden Folgen: In schätzungsweise 10.000 Fällen weltweit kam es zu schweren Missbildungen an Embryonen. Lange wies der Pharmakonzern jede Schuld von sich, nach über 50 Jahren hat er sich nun erstmals bei den Opfern entschuldigt und eine Bronze-Skulptur – ein auf einem Stuhl sitzendes Mädchen ohne Arme und mit fehlgebildeten Füßen – gestiftet. Finanzielle Zugeständnisse gab es nicht – das Unternehmen hat in der Vergangenheit Entschädigungsforderungen stets zurückgewiesen. Eine vor Kurzem veröffentlichte Studie legt offen, dass die bislang durch Steuermittel finanzierte maximale Rente für Geschädigte von 1.100 Euro viel zu niedrig ist, um die Folgeschäden aufzufangen. So ist die lauwarme Entschuldigung von Grünenthal ein Zugeständnis an die Öffentlichkeit, gegenüber den Geschädigten aber in ihrer Folgenlosigkeit eine Ohrfeige.

Dat kéint Iech och interesséieren

NEWS

EU-Return-hubs: Erste Ausfahrt Ruanda

Nun also doch Ruanda: Mehrere EU-Mitgliedstaaten verhandeln mit der dortigen Regierung, um in dem Land ein erstes „Rückkehrzentrum“ für abgewiesene Asylsuchende (return hub) einzurichten. Bereits Mitte November könnte ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet werden.

NEWS

Santé ! Mais à quel prix ?

Près de 190 millions d’euros de déficit attendus en 2027. Pour redresser les comptes de l’assurance maladie-maternité, le gouvernement mise sur une hausse des cotisations et un objectif de 95 millions d’euros d’économies structurelles.

NEWS

Warnung vor Laufzeitverlängerung von Cattenom

Die Umweltschutzorganisation „Greenpeace“ warnt erneut vor einer Laufzeitverlängerung des Kernkraftwerks Cattenom nahe der luxemburgisch-französischen Grenze. Eine aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass es quasi unmöglich ist, den Reaktor auf den geforderten Sicherheitsstandard zu bringen.

NEWSSOZIALES

CSL et Méco : Plaidoyer pour une transition juste

À l’occasion d’une conférence de presse commune, la Chambre des salariés (CSL) et le Mouvement écologique (Méco) ont présenté leurs positions sur deux projets majeurs pour la mobilité : le leasing social pour véhicules électriques et la réforme de la fiscalité des voitures de société.