Umweltverschmutzung: Woher kommt Mikroplastik? (1/2)

von | 11.09.2018

Die Umweltverschmutzung durch Kunststoffe ist in aller Munde – die Quelle des Großteils des Mikroplastiks in der Umwelt dürfte die meisten jedoch überraschen.

Mikroplastik am Strand (Foto: © Fraunhofer UMSICHT/Leandra Hamann)

Bilder von Stränden und Ozeanen voller Plastikabfälle sind allgegenwärtig. Sie suggerieren nicht selten, dass Abfälle wie gebrauchte Strohhalme, Kaffeebecher, Verpackungen aus dem Westen letzten Endes alle im Meer landen. Unter dem Label „Zero Waste“ versuchen einige – meist junge – Menschen, möglichst wenig Abfall zu produzieren (und dokumentieren dies meist ausgiebig in den sozialen Medien).

Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (Umsicht) hat in einer Studie herausgefunden, dass der sogenannte Makroplastik, also die großen, mit bloßem Auge erkennbaren Plastikabfälle, in Deutschland 26 Prozent der Plastikbelastung in der Umwelt beträgt. 74 Prozent ist Mikroplastik, also kleine Kunststoffpartikel. Die Studie unterscheidet zwischen Mikroplastik vom Typ A, der absichtlich produziert wird und Typ B, der durch Verwitterung, Zersetzung oder Abrieb entsteht. Der Plastikmüll, der in der Umwelt landet, wird also langsam zu Mikroplastik zersetzt.

Das überraschende Ergebnis der Studie ist jedoch: Der größte Anteil des Mikroplastiks in der Umwelt stammt vom Abrieb von Reifen. Es ist also nicht nur der achtlos weggeworfene Kaffeebecher inklusive Strohhalm, sondern auch der regelmäßige PKW-Verkehr, der jedes Jahr für geschätzte 116.000 Tonnen Mikroplastik in Deutschland sorgt.

Zu den größten Mikroplastik-Quellen gehören außerdem: Emissionen bei der Abfallentsorgung, Abrieb von Kunststoffen, die dem Asphalt beigemischt werden, Verwehungen von Sport- und Spielplätzen, Freisetzung auf Baustellen, Abrieb von Schuhsohlen, Kunststoffverpackungen, Fahrbahnmarkierungen sowie Faserabrieb bei der Textilwäsche. Absichtlich hergestelltes Mikroplastik vom Typ A, der beispielsweise in manchen Kosmetikprodukten vorkommt, beträgt acht Prozent der „Kunststoffemissionen“, wie es die Studie ausdrückt.

Grund zur Besorgnis gibt auch die große Menge an Zusatzstoffen, die mit Mikroplastik in die Umwelt gelangen: Weichmacher, Lösungsmittel, Flammschutzmittel, usw. sind oft als gefährliche Stoffe eingestuft.

Lesen Sie morgen im zweiten Teil unserer Serie über Mikroplastik, wie die kleinen Partikel in die Umwelt und ins Meer gelangen und was dagegen getan werden kann!

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